Fußball-WM
Ahmadinedschad bleibt vorerst daheim

Der umstrittenn iranische Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad wird vorerst nicht bei der Fußball-WM in Deutschland vorbeischauen. Es sei denn, das iranische Team spielt außergewöhnlich gut.

HB TEHERAN. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid-Resa Assefi, sagte am Sonntag, das mögliche Erreichen des Achtelfinales sei „zu wenig“ für eine Reise des Präsidenten nach Deutschland. Ahmadinedschad, der wegen seiner antiisraelischen Politik und des iranischen Atomprogramms hoch umstritten ist, hatte vergangene Woche angekündigt, dass er zur WM fahren würde, falls die iranische Nationalmannschaft die Vorrunde überstehen sollte. „Derzeit steht eine Reise nicht zur Debatte. Wir müssen abwarten und schauen, wie weit unser Team kommt – falls ins Finale, dann würde alles anders aussehen“, sagte Assefi jetzt in Teheran.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat der Bundesregierung mangelnde politische Auseinandersetzung mit dem Iran vorgeworfen. Generalsekretär Stephan Kramer vermisst vor allem ein klares Wort zu einem möglichen Besuch von Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, wie er am am Sonntag im Norddeutschen Rundfunk sagte.

Man müsse politisch deutlich machen, dass Personen, die den Holocaust leugneten, in Deutschland nicht willkommen seien und mit einer klaren Opposition rechnen müssten. Der zum Auftaktspiel Irans gegen Mexiko am Sonntag in Nürnberg eingereiste Vizepräsident Mohammed Aliabadi sei Vertreter des Mullah-Regimes in Teheran, sagte Kramer, und damit nicht besser als Ahmadinedschad selbst. Seine Anwesenheit mache die WM zu einer politischen Veranstaltung. „Die Pflicht eines jeden deutschen demokratischen Politikers ist es, sich eindeutig gegen solche Antisemiten zu stellen, die das Existenzrecht Israels durch Waffengewalt in Frage stellen“, fügte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland hinzu.

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