G-20-Gipfel
London droht eine „Woche des Chaos“

„Verbrennt einen Banker" – mit solch markigen Parolen rufen mehr als 100 Organisationen zum Protest gegen den G20-Gipfel in London auf. Durch massiven Polizeieinsatz will die britische Regierung Verkehrchaos und Krawalle verhindern. Die Metropole befindet sich im Ausnahmezustand. Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits am Samstag.

HB/thi LONDON. London rüstet sich für den G20-Gipfel am 2. April und erwartet Verkehrschaos, Demos und Krawalle. Kapitalismuskritiker haben mit Schlachtrufen wie „Stürmt die Bank“ oder „Verbrennt einen Banker“ zu einer „Woche des Chaos“ und einem „G20-Meltdown“ aufgerufen. Die Weltwirtschaftskrise ruft Aktivisten jedweder Couleur auf den Plan. Unter anderem hofft das facettenreiche „Global Justice Movement“, das vor zehn Jahren ein Treffen der Welthandelsorganisation in Seattle sprengte, auf ein Comeback.

Erste Demonstranten gingen bereits am Samstag friedlich auf die Straße. Demonstranten aus aller Welt marschierten mit Plakaten, Spruchbändern und Trillerpfeifen vom Londoner Regierungsviertel zu einer Großkundgebung im Hyde Park. Unter dem Motto „Jobs, Gerechtigkeit und Klimaschutz“ machten sie ihrem Unmut über das Weltfinanzsystem und über Jobverluste Luft. Aus Angst vor Unruhen waren tausende Polizisten im Einsatz, es gab jedoch keine Ausschreitungen.

Laut Polizeiangaben kamen rund 35 000 Menschen zu dem Marsch, den unter dem Namen „Put People First – Stellt die Menschen an den Anfang“ mehr als 100 Organisationen vom britischen Gewerkschaftsdachverband TUC bis zur Heilsarmee und dem Muslimrat sowie Friedensaktivisten und Umweltschutzgruppen organisiert hatten, darunter auch aus Deutschland. Begonnen hatte die Veranstaltung mit einem Gottesdienst des Bischofs von London. Er führte seine Gemeinde dann zur Demonstration „Put people first “. Teilnehmer sprachen von einer „Karnevalsatmosphäre“. Familien mit Kindern zogen durch die Stadt. Ihre Forderungen waren zahlreich: Jobs und öffentliche Dienstleistungen für alle, Ende der Armut in Afrika, Klimaschutz, eine demokratischere Wirtschaftsregierung, mehr Einkommensgleichheit. Auf Plakaten stand „People before profit“ (Menschen vor Profit) und „Money for need not greed“ (Geld für Bedürftige nicht Gierige). Buh-Rufe gab es, als die Demonstranten am britischen Regierungssitz in der Downing Street vorbeizogen.

Diese Demonstration könnten die Politiker nicht wie die Proteste gegen den Irakkrieg oder die „Make Poverty History“-Kampagne einfach ignorieren, versicherte einer der Organisatoren dem Magazin „New Statesman“. Zum ersten Mal mache eine Allianz aus Gewerkschaften, Umweltgruppen, Organisationen für Handelsgerechtigkeit und religiösen Gruppen in einem gemeinsamen Manifest ihre Forderungen klar.

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