G-20-Gipfel
Obama hilflos in Los Cabos

US-Präsident Barack Obama braucht ein Ende der Eurokrise für seine Wiederwahl. Mit allen Mitteln wirbt er auf dem G-20-Gipfel in Mexiko für eine Lösung – aber wirklichen Einfluss hat er nicht.
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WashingtonFür die meisten amerikanischen Beobachter ist das Treffen der G 20 in Mexiko eine Neuauflage der G 8 vor wenigen Wochen in Camp David: Eine politisch zunehmend isolierte Angela Merkel stemmt sich gegen den Rest der Welt. Allerdings: Mit der Zuspitzung der Lage in Spanien und vor dem Hintergrund der Wahlen in Griechenland findet das Treffen in Mexiko inzwischen unter noch dramatischeren Vorzeichen statt. 

Experten wie Morris Goldstein vom Washingtoner Peterson Institut glauben daher, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis die Deutschen in den entscheidenden Fragen nachgeben. „Noch zögern die Deutschen, etwa die Schulden zu vergemeinschaften“, sagte Goldstein am Wochenende. „Aber jeder weiß: Einmal muss das passieren“.

Was der langjährige IWF-Mitarbeiter sagt, drückt die grundsätzliche Erwartung in der US-Hauptstadt aus. Dass die Deutschen, die vor einem Kurswechsel eine klare Festlegung auf Bedingungen fordern, damit an den Realitäten vorbei argumentieren. Denn schon lange gebe es die Zeit nicht mehr, um auf ein Regelwerk – den Fiskalpakt - zu warten, das in einem langwierigen bürokratischen Prozess von den nationalen Regierungen ratifiziert werden muss. Das deutsche Diktum „Regeln zuerst!“ müsse deshalb schleunigst von einem „Rettung zuerst“ abgelöst werden.

US-Präsident Barack Obama kümmert sich aber auch deshalb wenig um die deutsche Prinzipienhaftigkeit, weil es ihm um die eigene Wiederwahl geht. Ein Kollaps des Euros kann eine globale Rezession auslösen, die dann wohl auch seine Chancen bei der Abstimmung am 6. November zunichte machen würde. Noch bezeichnet er die Eurokrise als „Wolke“, die über der US-Wirtschaft schwebe. Doch ist das noch milde ausgedrückt: In Wahrheit ist die Dauerkrise bereits ein ausgewachsenes Gewitter. „Obama muss es deshalb mit zwei Gegnern aufnehmen“, sagt Jacob Kirkegaard, ebenfalls Experte beim Peterson-Institut: „Mitt Romney - und Europa“.

Innenpolitisch schlimmer noch ist dabei die Tatsache, dass der US-Präsident der Krise in Europa reichlich hilflos gegenübersteht. Obama habe nur ein Ziel, sagte Domenico Lombardi vom Thinktank Brookings in einem Interview mit Businessweek: „Er will die Eurokrise einzäunen und mögliche Auswirkungen auf die US-Wirtschaft so weit wie möglich vermeiden“. Aber gleichzeitig sei ihm klar, „dass er in diesem Spiel keine Trümpfe in der Hand halte“.

Was Obama bleibt sind deshalb Appelle. Auf dem Treffen der G 20 werde Obama darauf drängen, dass sich die Entscheider in der Eurozone Ende des Monats auf einen Kompromiss einigen, sagt Mike Froman, Obamas stellvertretender Sicherheitsberater für globale Wirtschaftsfragen. Obamas Finanzminister Timothy Geithner hat die Erwartungen vorsorglich schon tief gehängt: „Das ist etwas, das sie selbst erledigen können“, sagte Geithner vor wenigen Tagen und meint damit die Europäer und die Krise. Ob Geithner aber an diesen Satz auch tatsächlich selbst glaubt ist eine andere Frage.

 

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Wer es immer noch nicht kapiert hat. Die Finanzkrise, die die Amis verursachten, weil sie mit Geld nur um sich warfen und Kredite an Mitbürger vegaben, die nicht kreditfähig waren,
    soll durch noch mehr Geld verhindert werden. Wenn Merkel tatsächlich nachgibt dauert es keine zwei Jahre und wir sind alle pleite. Da es eindeutig zuviel Geld im Markt gibt, wird weiterhin auf alles gewettet, was alles an Schrottpapieren und Casinowetten da ist, deshalb kann es nur mit einer Kapitalkontrolle in kürzerer Zeit ein Überleben geben. Das Zertifikate Teufelszeug sind, wissen wir ja schon länger. H.W. Sinn hat schon sehr früh prophezeit, dass Greichenland aus dem Hamsterrad nicht herauskommt, weil sie nicht abwerten können. Bisher bekam Griechenland von 1981 an ca. 100 Mrd. euro von der EU, fast 50 Mrd. davon alleine aus Deutschland. Das Geld ist weg, weil sie ihre Renten und andere Dinge davon bezahlt haben, Strukturprobleme blieben bestehen. Zusätzlich liehen sie sich in den letzten zwanzig Jahren 300 bis 500 Mrd., keiner weiß es genau. wie soll das jemals mit der Rückzahlung klappen. Das ist europäische Vogelstraußpolitik, das kann nicht gut gehen, es gibt nur zu wenige Politiker, die dieses auch erkennen, oder nicht erkennen wollen.
    Ovid

  • US-Präsident Barack Obama braucht ein Ende der Eurokrise für seine Wiederwahl.

    Nicht nur die USA brauchen das, sondern auch wir und ganz Europa.
    Doch wenn man bedenkt, dass die USA Europa die Krise mit ihrer geplatzten Immobilienblase erst beschert haben, weiß man auch, was man von den USA erwarten kann!

  • Ganz meine Meinung.
    Danke

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