G-20 Vortreffen
Regierungen uneins über Rettungspläne

Am Samstag beraten in London die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer über Wege aus der Krise. Trotz Beschwichtigungen scheint jedoch klar, dass bei der Wahl der Mittel insbesondere zwischen Europa und den USA noch Konfliktpotenzial besteht.

HB HORSHAM. In einem Landsitz südlich von London beraten am Samstag die Finanzminister und Notenbankchefs der G20. Dabei gibt es unterschiedliche Auffassungen vor allem zwischen den USA, die auf staatliche Konjunkturprogramme im Umfang von zwei Prozent des jeweiligen Bruttosozialprodukts setzen wollen, und der EU, die gegen eine drastische Erhöhung der Staatsausgaben und -verschuldung sind. Bei dem Treffen in Horsham sind 80 Prozent der Weltwirtschaft versammelt. Geplant sind am Samstag Gespräche am Runden Tisch, aber auch bilaterale Kontakte am Rande der Konferenz. Ziel ist die Vereinbarung einer gemeinsamen Agenda für den Weltfinanzgipfel Anfang April.

Der britische Finanzminister Alistair Darling zeigte sich bei der Eröffnung des Treffens am Samstagmorgen überzeugt, dass die beteiligten Staaten Fortschritte bei der Reform des weltweiten Finanzsystems machen würden. Die informellen Diskussion am Vorabend seien bereits „sehr hilfreich“ gewesen.

Auf ihrer Tagesordnung des Treffens steht der im November beschlossene Aktionsplan zur besseren Regulierung der Finanzmärkte. Die Minister sollen vorschlagen, welche Maßnahmen die Staaten dafür noch ergreifen müssen. Auch der Appell der USA, mehr Geld zur Belebung der Konjunktur auszugeben, dürfte weiter für Diskussionen sorgen. Die EU-Finanzminister hatten diese Forderung Anfang der Woche brüsk zurückgewiesen.

Der britische Finanzminister Alistair Darling hat jedoch Berichte über grundlegende Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Europa zur bestmöglichen Bekämpfung der weltweiten Wirtschaftskrise zurückgewiesen. Die Differenzen seien nicht so deutlich wie zuletzt dargestellt, sagte Darling am Freitag dem britischen Sender BBC. Die Regierungen auf beiden Seiten des Atlantiks seien sich einig, dass sie die Menschen, die Unternehmen und ihre Volkswirtschaften unterstützen müssten, sagte der Minister.

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