G-7-Staaten wollen Finanzquellen des Terrors trocken legen
IWF fordert weitgehenden Schuldenerlass für den Irak

Die Bekämpfung des Terrors zog sich wie ein roter Faden durch die Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF), Weltbank und G-7-Staaten. Die Finanzminister der G-7-Länder verpflichteten sich auf das Ziel, im gesamten Nahen Osten das Wirtschaftswachstum sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern.

bac WASHINGTON. Von deutscher Seite wurde allerdings betont, dass für sie die „Beteiligung der Staaten der Region“ oberste Priorität habe. US-Präsident George W. Bush hatte noch im vergangenen November die „Demokratisierung“ und „Modernisierung“ des gesamten Nahen Ostens gefordert. Inzwischen hat die US-Regierung ihre Position jedoch modifiziert und erklärt, dass die Reform-Impulse aus der Region kommen müssten. Ein breites Hilfspaket für den Nahen Osten wird eines der beherrschenden Themen beim G-8-Gipfel im amerikanischen Bundesstaat Georgia Anfang Juni sein.

Darüber hinaus machten deutsche Delegationskreise geltend, dass jede Unterstützung für den Nahen Osten über bestehende Institutionen erfolgen müsse. Auch gebe es keinen Mangel an Finanzmitteln, da viele Länder des Nahen Ostens Ölproduzenten seien. Anders liege der Fall beim Irak: Hier macht sich der IWF für einen „weitgehenden Schuldenerlass“ stark. Dies sei Teil einer internen Studie, die der Fonds derzeit anfertige, hieß es. Besonders umstritten ist hierbei, wie viele Reparationen die Golfstaaten dem Irak auf Grund des Krieges von 1991 in Rechnung stellen und in wie weit sie zu einem Verzicht bereit sind.

Die G-7-Länder beschlossen, bei der Kampagne gegen die finanziellen Hintermänner des Terrors stärker zu kooperieren. Dies sei notwendig, da die Terroristen neue Geldströme entwickelt hätten, hieß es. So würden zunehmend illegale Banken („underground banking“) eingeschaltet, die nur schwer zu orten seien. Außerdem werde ein großer Teil über islamische Wohltätigkeitsorganisationen abgewickelt. Saudi-Arabien habe vorgeschlagen, eine zentrale Lizenzstelle einzurichten, die alle Auslands-Überweisungen kontrollieren solle, teilten Delegationskreise mit.

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