G-8-Gipfel
Bush fordert „Nach-Kyoto-Ära"

US-Präsident Bush hat vor Beginn des G-8-Gipfels erneut seine Ablehnung gegen das Umweltabkommen von Kyoto verdeutlicht. Beim Treffen in Schottland werde es darum gehen, eine „Nach-Kyoto-Ära“ einzuleiten, in der vor allem die Entwicklung neuer Technologien im Vordergrund stehe. Trotz der harten Worte wurde Bush mit einem ungewöhnlichen Geschenk überrascht.

HB KOPENHAGEN. George W. Bush gestand zwar ein, dass von Menschen verursachte Treibhausgase zur Erderwärmung beigetragen haben. Aber eine US-Unterstützung des Kyoto-Abkommen hätte „die US-Wirtschaft beschädigt ... und viele Arbeitsplätze und Unternehmen gefährdet“, meinte er am Mittwoch im dänischen Marienborg nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen.

Zudem hätten große und wichtige Entwicklungsländer - damit meinte er Indien und China - keine Verpflichtung zur Rezuzierung der Treibhausgase auferlegt bekommen. „Kyoto funktioniert nicht für die USA und funktioniert, offen gesagt, auch für die Welt nicht.“

Bundeskanzler Gerhard Schröder schloss sich der Forderung Bushs in einem Punkt an. Wie der US-Präsident verlangte er, die Förderung von Technologien zur Steigerung der Engereffizienz in die Abschlusserklärung aufzunehmen. „Das hilft dem Klimaschutz und gleichzeitig der Wirtschaft," sagte er. Afrika und das Klima dürften nicht die einzige Themen des Gipfels bleiben. Statt dessen müsse auch über die Weltwirtschaft und den Ölpreis geredet werden. „Wenn der Ölpreis um einen Barrel pro Dollar sinkt, spart das Deutschland eine Mrd. Euro bei der Energierechnung ein," sagte Schröder. Er gehe davon aus, dass die G8 eine Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent beschliessen wird.

Auf dem dreitägigen Wirtschaftsgipfel soll vor allem über zusätzliche Afrika-Hilfen und Klimaschutz gesprochen werden. Erörtert werden zudem Wirtschafts- und Handelsfragen sowie die Lage in mehreren politischen Krisenherden.

An den Beratungen der „Großen Acht“ in einem weiträumig abgeschirmten Hotel nehmen auch Staats- und Regierungschefs von China, Indien, Brasilien, Mexiko sowie Südafrika teil. Zu dem Treffen stoßen dann auch die Spitzen aus Nigeria, Ghana, Äthiopien, Tansania, Senegal und Algerien. Vor dem offiziellen Gipfelstart am Donnerstag gibt die britische Königin Elizabeth II. ein Abendessen für die G8- Staats- und Regierungschefs.

Bush appelierte an afrikanische Länder, demokratische Regeln einzuhalten und Korruption zu bekämpfen. Korrupte Regime hätten keinen Anspruch auf internationale Hilfe. Vor allem rechtsstaatliche Länder, in denen die Hilfe der Bevölkerung zu Gute käme, müssten belohnt werden, sagte er. Beim anstehenden G8-Gipfel in Schottland gehe es zwar um eine Verstärkung der internationalen Unterstützung vor allem für Afrika. Notwendig sei aber, dass die Hilfe auch wirklich die Menschen erreiche.

Weiter verteidigte Bush das US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba, nachdem sich Rasmussen besorgt über die negativen Auswirkungen des umstrittenen Lagers für das Ansehen der USA geäußert hatte. Die Gefangenen in Guantánamo würden menschlich behandelt, sagte Bush. Es gebe eine „totale Transparenz“ über die Lager-Bedingungenen, internationale Organisationen und Medien hätten jederzeit Zugang.

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