G20-Gipfel
Brown will Marshallplan in den Schatten stellen

Der britische Premier und amtierende G20-Vorsitzende Gordon Brown hat sich für eine neue, weltweite Wachstumsstrategie ausgesprochen. Dabei handle es sich um eine "beispiellose Initiative", die sogar den Marshallplan der USA nach dem Zweiten Weltkrieg übertreffe.

BRÜSSEL. Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Belebung müssten die größten Industrienationen auch im kommenden Jahr die Wirtschaft stützen, sagte Brown zu Beginn eines EU-Sondergipfels zur Finanzkrise in Brüssel. Anders als bisher gehe es dabei um einen "abgestimmten Prozess der internationalen Wirtschaftszusammenarbeit". Beim G20-Treffen in Pittsburgh will sich Brown daher für eine globale Wachstumsstrategie einsetzen.

Es handele sich um eine "beispiellose Initiative", die sogar den Marshallplan der USA nach dem Zweiten Weltkrieg übertreffe, sagte Brown. Es gehe nicht bloß um einen neuen Stimulus, sondern auch um eine neue Art, Wirtschaftspolitik zu machen. Die G20 solle zu einer Dauereinrichtung werden und sich auch nach der Krise um die Koordinierung kümmern, so Brown. Ausdrücklich warnte der britische Premier vor einem raschen Ausstieg aus den laufenden Konjunkturprogrammen. Der Stimulus müsse auch 2010 größer als fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts sein. Andernfalls könne das Wachstum "entgleisen".

Für eine weitere Stützung der Wirtschaft in Höhe von fünf Prozent des BIP sprach sich auch der schwedische EU-Vorsitz aus. Allerdings fordert Schweden ebenso wie Deutschland die Vorbereitung von Ausstiegsstrategien, um die ausufernden Staatsdefizite zu begrenzen. Streit zeichnete sich zu Beginn des EU-Gipfels über die globale Finanzmarktsteuer ab, die Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) vorgeschlagen hatte. Brown zeigte sich skeptisch: "Wenn nur zwei oder drei Länder nicht mitmachen bei der gemeinsamen Steuer, dann wird eine Einführung schwierig", sagte Brown. Rückendeckung erhielt Steinbrück hingegen aus Frankreich und von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Der schwedische EU-Vorsitz griff den Vorschlag bisher nicht auf.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%