G20-Gipfel: „Es gibt keinen Währungskrieg!“

G20-Gipfel
„Es gibt keinen Währungskrieg!“

Harmonisches Ergebnis eines G20-Gipfels, der unter dem Schlagwort „Währungskrieg“ firmierte: Japans Inflationspolitik wurde nicht gerügt, Linien verabschiedet, Kompromisse erzielt – nur das Sparen blieb auf der Strecke.
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MoskauZum Ende seiner Pressekonferenz wurde Ángel Gurría laut. Es war jedoch kein Ärger, der den Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), erregte. Er wollte seiner Botschaft nur mehr Ausdruck verleihen: „Es gibt keinen Währungskrieg!“ rief er in das gläserne Oval, dem Presseraum in der Manage, Moskaus ehemaliger Paradehalle der Offiziersreitschule. Man solle nicht die Kriege von gestern führen, erklärte Gurría - sondern sich auf die Zukunft konzentrieren. Und am wichtigsten sei es dabei, das Wachstum anzukurbeln.

Gleichzeitig hatte Präsident Wladimir Putin gegenüber im Kreml zum Empfang geladen. Das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Staaten in der russischen Hauptstadt nahm gerade erst Fahrt auf. Gurría aber hatte in gewissem Maße schon vorab die Marschrichtung des Gipfels benannt.

Tage zuvor dominierte vor allem eine Frage: Droht wegen Japans Inflationspolitik ein Währungskrieg? Das massiv verschuldete Industrieland stand in der Kritik, den Yen bewusst zu schwächen, um seine Exporte anzukurbeln. Die offizielle Version Tokios hingegen lautete, das Land wolle sich mit frischem Geld aus Rezession und Deflation befreien. Zusätzliches Wachstum soll später die Hauskonsolidierung erleichtern.

Der Schuldenabbau sollte das zweite dominante Thema in Moskau werden – vor allem der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wollte mit Nachdruck an die 2010 in Kanada vereinbarten Toronto-Ziele erinnern. Dort hatten sich die führenden Industrie- und Schwellenländer verständigt, ihre Staatsdefizite bis 2013 zu halbieren und den Schuldenstand bis 2016 zu stabilisieren.

Anders als Deutschland erreichen die meisten Länder das erste Ziel in diesem Jahr jedoch nicht. Neben Japan traten vor allem die USA hier auf die Bremse. Ein zweiter Konflikt bahnte sich an. Unterstützung erhielt Schäuble von den Russen. Es sei sein Ziel als Gastgeber, eine Nachfolgeregelung für Toronto zu vereinbaren, kündigte Finanzminister Anton Siluanow an.

Am Samstagnachmittag vermeldeten die Teilnehmer des Gipfels dann ein recht harmonisches Ergebnis: Ein Währungskrieg sei abgewendet. Die Beteiligten sprachen sich gemeinsam und klar gegen einen Abwertungswettlauf der Währungen aus. In ihrer Abschlusserklärung hieß es: „Wir werden von gezielten Abwertungen absehen. Wir werden uns keine Wechselkursziele aus Wettbewerbsgründen setzen, werden uns allen Formen von Protektionismus widersetzen und werden unsere Märkte offen lassen.“

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„Es gibt keinen Währungskrieg!“

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Deutschlands Position durchgesetzt

Kommentare zu "„Es gibt keinen Währungskrieg!“"

Alle Kommentare
  • Holzwege enden im Wald! Dann wird es schwierig weiter zu gehen und es kommt zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren, weil die Herren und Damen Anführer den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen!

    Man schaue dazu nur mal nach Syrien und mache die gewagte Schach-Gedankenhypothese: setze Bundestag=Asad. Ob das dann hier besser aussähe im Lande?

  • Da haben die Marketingexperten doch ein Thema ausgemacht, dass man in der Folge bezüglich seiner Entwicklung gerne nachvollziehen darf: Die Steuerhinterziehung der globalen Unternehmen soll unterbunden werden: Da wird eine neue Sau durch´s Dorf getrieben, nachdem die alte (Finanzkrise) sich nicht mehr einfangen liess. Klingt nach Kyoto, Koyote, oder für wie blöd halten die uns?

  • Wenn sie so primitiv wie du ist, hast du gute Chancen.

  • Was wollt Ihr denn?
    Merkel und Schäuble behaupten doch in letzter Zeit immer "wir sind auf einem guten Weg"
    Fragt sich halt nur, für wen der Weg gut ist

  • Es gibt keinen Währungskrieg. Nein, überhaupt nicht. Hat nicht gestern erst Sr. Chavez mal einfach so seine Währung um 32% abgewertet? Na sowas aber auch ;-)))

  • "Es gibt keinen Währungskrieg..."
    ...sozusagen per Dekret beschlossen durch die Polittrottel und -marionetten!!!!
    es gibt auch keinen Schnee im Winter...
    es gibt kein Salzwasser im Meer...
    und die Mauer wird noch in hundert Jahren stehen...
    und den EURO wird es noch in 500 Jahren geben.....
    und das tausendjährige Reich hatte 12 Jahre Bestand!
    Wie schön, daß mir daraus meine Hoffnung erwächst, dieser ganze Weltfinanzspuk und EUdSSR-Quatsch geht baldigst seinem Ende entgegen!
    Nur noch Durchhalteparolen allerorts-irgendwie hab ich gerade ein dejavue-Erlebnis als "gelernter" DDR-Bürger.
    Es ist müßig, all die Indizien an den Finanzmärkten und die Rettungsbemühungen der Politik bis ins kleinste Detail zu analysieren- das System hat fertig und der große Crash mit Bürgerunruhen und höchstwahrscheinlich auch einem Weltkriegsbrand steht vor unser aller Tür! Darauf gilt es sich vorzubereiten. Der deutsche Schlafmichel ahnt das Alles auch schon, statt aber auf sein Bauchgefühl zu hören, trottelt er immer weiter in seiner Schafherde den GEZzwangsfinanzierten Meinungsmachern und Verschleierungstaktikern hinterher.

  • Hat jemand ernsthaft ein anderes Ergebnis dieses Gipfels erwartet? Sowohl G7 als auch G20-Treffen sind nur teure Urlaubsausflüge für die politischen Spitzen der jeweiligen Länder. Allein die verabschiedeten Positionen des Gipfels zeigen ja wie jenseitig die Politik die aktuelle Situation beurteilt. Die westlichen Nationen sind beim Aufpumpen der Kreditblase und des Scheinwohlstands beinahe am Ende angelangt. Die aufstrebenden Länder wollen auch noch ein Stück vom Kuchen, bevor das "Werkl" implodiert. Das System am Leben zu halten geht nur mehr mit immer mehr und tieferen Eingriffen in die persönlichen Freiheiten von Bürgern und Unternehmen. Der Trend zu immer mehr Etatismus und Kollektivismus ist ungebrochen. Dabei würde man nicht Symptomtherapie benötigen, sondern eine radikale Systemkorrektur, wenn man den verfahrenen Karren noch aus dem Dreck ziehen möchte. Dazu fehlt den handelnden Personen entweder das Verständnis oder man klammert sich schlicht verzweifelt an die verliehenen Ämter. Dass dieses Schuldgeldsystem ein Ablaufdatum hat und dieses immer schneller herankommt, wird immer breiteren Teilen der Bevölkerung klar. Traurig ist nur, dass die Politik die falschen alten Rezepte immer wieder aufkocht und denkt mit noch mehr Verschuldung noch mehr künstlichen Output erzeugen zu müssen. Das Ende wird wie oft in der Wirtschaftsgeschichte ein bitteres für die breite Maße der Menschen sein.


  • Jakubiner brauchen kein Internet...
    Die Klapse ist schon überfüllt, allerdings stehen noch Beitragszahlungen aus. Ein Grexit und Zyperns heimliche Bankbilanzen, rucki-zucki ist der Euro bei 1.15.
    Haltet die Dampfmaschine unter Druck.

    Jakubiner aller Länder, vereinigt euch.

  • „Es gibt keinen Währungskrieg!“

    Den Weihnachtsmann und den Osterhase gibt es auch nicht...

  • „Es gibt keinen Währungskrieg!“

    Stimmt!

    Es gibt einen Entschuldungswettlauf. Währungskrieg betreiben Staaten deren Außenhandelsbilanz negativ ist. Alle anderen Staaten sind an einer starken Währung interessiert da dies die eigene Kaufkraft erhöht. Das was uns als Währungskrieg nun verkauft wird ist nichts anderes als Inflation und damit Entwertung von Guthaben und Schulden. Dies dient nur dem Zweck das möglichst niemand erkennt das unser Geldsystem ein Betrugs- und Umverteilungssystem ist von den Fleißigen (Mittelstand) zu den Reichen. (arbeitslose Geldbesitzer/Geldschöpfer z.B. FED und deren Eigner)

    Jetzt hat man wieder mal etwas neues was durch die Medien geistert. Am Ende war es der Währungskrieg der uns am Nachdenken gehindert hat.

    @popper

    "Da wertet Deutschland den Euro seit 10 Jahren mit seiner Niedriglohn-Politik gegenüber den Südstaaten ab und Herr Schäuble tischt den Menschen das Märchen von den "Märkten" auf."

    Hier kann man sich streiten aber der völlig irrsinnige Kapitalabfluss in Richtung Süden hat geradezu provoziert das Deutschland wettbewerbsfähiger werden musste auch wenn das Kapital im Süden vollkommen unnütz verballert wurde. Daher ist Deutschland heute absolut über-Wettbewerbsfähig was auch zu unserem Schaden ist.

    --> Die "Ursachen" dafür sind jedoch mehr als fraglich. Welcher Idiot (Banken/Hedgefonds) bewertet den Süden genauso gut wie Deutschland? Am Ende trägt der Steuerzahler den Schaden und private die Gewinne? Gut aber wir lassen es ja mit uns machen. Da gibt es ein Sprichwort "Lass einen Dummkopf nie ungenutzt vorbeigehen!"

    Wenn man sich das alles anschaut könnte man meinen das Absicht und Kooperation dahinter steckt. Es ist einfach zu logisch.

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