G20-Gipfel in China
Die Egoismen müssen ein Ende haben

Dissens statt Konsens, Handelsbarrieren statt Freihandel: Die Zusammenarbeit der G20-Länder stockt. Die „Weltwirtschaftsregierung“ muss sich bei ihrem Gipfeltreffen in China zusammenraufen. Eine Analyse.
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BerlinAls sich die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Schwellen- und Industrieländer (G20) vor acht Jahren zum ersten Mal in Washington trafen, gaben sie sich ein geradezu historisches Versprechen: Noch unter dem Eindruck der Finanzkrise verpflichtete sich die neue Weltwirtschaftsregierung an offenen Grenzen, Freihandel und wirtschaftlicher Zusammenarbeit festzuhalten. Dieses Versprechen hat die G20 seitdem immer wieder bekräftigt, und es wird mit Sicherheit auch in der Abschlusserklärung des Gipfels von Hangzhou am Wochenende stehen.

Worte sind das eine, die heutige Wirklichkeit ist eine andere. Angesichts enormer Flüchtlingsströme und der steigenden Wut der Bürger auf die globalisierte Weltwirtschaft schotten sich immer mehr Länder ab. Das Brexit-Votum der Briten und die Pläne des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, Amerika mit Mauern und Schutzzöllen zu umgeben, sind nur zwei von vielen Beispielen für diese Rückkehr zum Nationalismus des 19. Jahrhunderts.

Rund 350 neue Handelsbarrieren haben die G20-Länder allein in den ersten acht Monaten dieses Jahres errichtet, meldet die Denkfabrik „Global Trade Alert“ in St. Gallen. Wenn sich jedoch die Globalisierung auf dem Rückzug befindet, wozu brauchen wir dann noch die G20 als Weltwirtschaftsregierung?

Die Ironie unserer Tage ist: Nie war der Bedarf für eine enge Zusammenarbeit der G20 größer als heute, aber nie war auch die Bereitschaft dazu geringer. Der aktuelle Streit um die milliardenschwere Steuernachzahlung des amerikanischen Konzerns Apple ist dafür ein gutes Beispiel. Seit Jahren beraten die Staats- und Regierungschefs im Kreise der G20 über eine gemeinsame Strategie gegen die Steuervermeidungstricks großer internationaler Konzerne. Ende vergangenen Jahres einigten sie sich auf 15 Vorschläge, die unter anderem einen intensiveren Informationsaustausch vorsehen.

Wenn es jedoch wie jetzt im Fall Apple zum Schwur kommt, siegt der Nationalismus noch allemal über die Vernunft einer globalen Regelung. So prangert die US-Regierung das Vorgehen der EU gegen Apple als unfairen Akt an.

Dabei ist den US-Behörden das Steuergebaren ihrer Multis schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Parken doch Apple, Google & Co. Unternehmensgewinne in Höhe von rund zwei Billionen Dollar im Ausland und entziehen sie damit dem amerikanischen Fiskus. Alle Staaten haben ein Interesse daran, dass multinationale Unternehmen ihren fairen Beitrag liefern, damit der Staat öffentliche Güter wie Bildung, Forschung und Infrastruktur bereitstellen kann.

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Wachstumspolitik versus Sparkurs

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  • Ralph S.25.08.2016, 12:45 Uhr
    Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme.


    Hahahahahahahahahahahahahaha



  • Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
    Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.


    HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA



  • @Marc Hofmann,

    mich erstaunt schon Ihre Interpretation von freiem Handel, der mit zu dem von Ihnen gebrauchten Begriff "Export-Weltmeister" nicht, aber auch garnicht in Relation steht. Ihre Einlassung um 14:43 Uhr Getreu dem Motto 'Der liebe Gott erhalte mir die Ausreden". Man könnte natürlich auch mit Heinz Erhardt antworten "noch´n Gedicht".

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