G20-Gipfel
Merkel und Putin reden stundenlang - erfolglos

Kanzlerin Merkel trifft sich mal wieder mit Wladimir Putin. Doch erneut kam nichts dabei heraus. Sie wird härter gegenüber Russland. 36 Telefonate und mehrere Marathon-Treffen mit Putin haben sie offenbar ernüchtert.
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BrisbaneAm Sonntag morgen befindet sich sich Kanzlerin schon wieder im Routine-Modus. Es stehen auf dem G20 Gipfel in Brisbane bilaterale Treffen mit Indiens neuem  Premierminister Narendra Modi und dem ebenfalls neuen indonesischen Präsidenten Joko Widodo an.

Bei den Treffen geht es um ein erstes Kennenlernen. Vieles dreht sich darum, unter den Mächtigen der Welt Vertrauen zu schaffen. Nichts erinnert mehr bei den Gesprächen  daran, dass Merkel in der Nacht zuvor zu einem Vier-Augen-Gespräch mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin zusammengekommen ist.

Auch hier ging es viel um Vertrauen. Vor allem die Frage, wie es mitten der Ukraine-Krise wiederhergestellt werden kann. Zwei Stunden dauerte das Gespräch im Hotel Putins, dem Hilton, mitten in Brisbanes Stadtzentrum. 

Putin kam verstimmt zu dem Treffen. Seine Leute verbreiteten, er erwäge früher abzureisen. Sein Sprecher Peskow mühte sich zwar anschließend um Entschärfung: Putin werde abreisen, „wenn die Arbeit getan ist“. Putin habe seine Pläne keinesfalls wegen des Drucks der anderen G-20-Partner geändert. Tatsächlich reiste Putin etwas früher als erwartet ab, begründete dies aber mit Schlafbedarf.

Doch der Kremlchef fühlte sich nach der Kritik von allen Seiten wie ein Außenseiter. US-Präsident Barack Obama machte am Rande des Gipfels, in einer Rede vor der Universität von Queensland, unmissverständlich klar, was er von Putin Politik hält. Die „russische Aggression“ in dem Land sei eine Bedrohung für die Welt. Andere Regierungschefs wie der Kanadier Steven Harper oder der Brite David Cameron zeigten sich wie Obama unversöhnlich.

An dem Abend redeten die Kanzlerin und Putin zunächst unter vier Augen. Ein Sprecher des Kreml sagte laut russischen Agenturen, dass Putin der Kanzlerin noch einmal die Nuancen des russischen und europäischen Zugangs zum Ukraine-Konflikt erklärt habe. Nach ungefähr zwei Stunden kam nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hinzu. Putin und Juncker führten ihr Gespräch nach Merkels Abfahrt fort. Über den weiteren Inhalt wurde nichts bekannt.


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Ernüchterung bei den Deutschen

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