G20-Gipfel
Merkel und Sarkozy bringen G20 auf Linie

In die Verhandlungen auf den Weltfinanzgipfel in London ist im Sinne Deutschlands und Frankreichs Bewegung gekommen. Auf Druck von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy sollen die Formulierungen für eine grundlegende Reform der Finanzmärkte im Abschlussdokument stärker betont werden, verlautete aus Delegationskreisen.

HB LONDON. Der Welt-Finanzgipfel bewegt sich offenbar auf konkrete Ergebnisse zu. „Die Arbeiten am Text kommen gut voran“, hieß es am Donnerstag aus Teilnehmerkreisen des Treffens der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Schwellen- und Entwicklungsländer in London. Absehbar sei, dass die Regulierung der Finanzmärkte verstärkt werde. Merkel und Sarkozy hatten am Mittwoch in einem dramatischen Appell die großen 20 größten Wirtschaftsnationen (G20) zur strengen Regulierung der Finanzmärkte aufgerufen. Finanzinstitute gelten als die Verursacher der Krise, die dann zu einem schweren Einbruch der Konjunktur rund um die Welt geführt hat.

Zudem zeichne sich ab, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer mehr Hilfen über den Internationalen Währungsfonds erhalten sollen. Dimensionen dafür wurden aber keine genannt. Die Kontinentaleuropäer hatten sich für eine Verdopplung der IWF-Mittel auf etwa 500 Mrd. Dollar ausgesprochen, um krisenbedrohten Ländern stärker helfen zu können. Im Gespräch war aber eine noch stärkere Aufstockung. Kurz vor dem Gipfel und in der ersten Phase der Beratungen war beim Gipfel noch die Frage strittig diskutiert worden, welchen Rang die Forderung nach neuen Ausgabenprogrammen erhalten sollen, die von Ländern wie etwa Deutschland abgelehnt wird.

Die G20-Gruppe will Auswege aus der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg finden. Dabei soll eine tiefgreifende Reform des Finanzsystems auf den Weg gebracht werden, um Zusammenbrüche von Banken und anderen Finanzinstituten künftig zu verhindern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte schon vor Beginn des Gipfels klar gestellt, dass sie bindende Beschlüsse anstreben und keine vagen Absichtserklärungen. Dies sei "einer der entscheidenden Gipfel für die Zukunft der Welt", sagte Merkel auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sarkozy. Die CDU-Chefin forderte, dass eine schwarze Liste mit Steueroasen aufgestellt wird und dass Ratingagenturen und Hedgefonds einer schärferen Kontrolle unterworfen werden.

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