G20-Gipfel
Merkel will soziale Dimension nicht vergessen

Globalisierung mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und fairem Handel, das ist Kanzlerin Angela Merkel für den G20-Gipfel wichtig. Als Gastgeberin appellierte sie, diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen.
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BerlinKanzlerin Angela Merkel will auf dem Hamburger G20-Gipfel für eine Globalisierung mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und fairem Handel werben. Die CDU-Politikerin betonte am Mittwoch bei einem Treffen der Spitzengewerkschaften aus den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern, es müsse bei der Globalisierung in erster Linie um die Menschen gehen. Dazu zähle die Verantwortung und Verpflichtung der internationalen Unternehmen, auf die Einhaltung sozialer Standards in Partnerbetrieben in anderen Teilen der Welt zu achten. Zugleich wandte sich Merkel gegen Abschottungstendenzen im weltweiten Handel wie von der US-Regierung und forderte die G20 zur Zusammenarbeit auf.

Merkel äußerte sich als Gastgeberin des G20-Gipfels Anfang Juli in Hamburg. Sie appellierte, die großen Herausforderungen gemeinsam anzugehen. „Wir glauben, dass die vernetzte Welt eben auch kräftig zusammenhalten muss.“ Protektionismus und neue Handelshürden schadeten am Ende allen Beteiligten. „Wir müssen Chancen suchen, um umfassende, regelbasierte Erleichterungen des Handels zu finden.“ Auch die soziale Dimension von Handel und Globalisierung dürfe nicht vergessen werden. So müssten die Früchte des Wachstums gerechter verteilt werden. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen überall gehörten dazu.

Die Gewerkschafter forderten in einer Resolution, für eine sozial ausgewogene Globalisierung einzutreten. „Unternehmen müssen weltweit gesellschaftlich wieder in die Verantwortung genommen werden, für menschenwürdige Arbeit und die Achtung von Menschenrechten in globalen Lieferketten zu sorgen.“ Die Kluft zwischen Arm und Reich müsse verringert, und hochwertige Jobs müssten geschaffen werden.

„Wir nehmen die Kanzlerin beim Wort“, kündigte DGB-Chef Reiner Hoffmann an. Schließlich habe Merkel wiederholt betont, dass gute Arbeit die Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg sei und die teils erschreckenden Arbeitsbedingungen in der Welt nicht hinnehmbar seien. „Diesen Worten müssen endlich Taten folgen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Verantwortung für die Gäste von Frau Dr. Merkel ist eben auch eine soziale. Von was sollten die nächsten Generationen von Afrikanern in Europa auch leben. Ich bin für einen Merkel-Gäste-Fond
    Man könnte den Soli umwidmen, immerhin ist man doch ein Volk von in Deutschland wohnenden
    Leuten.

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