G20-Gipfel
USA offen für Kampf gegen die Banker-Boni

Die G20-Staaten wollen bei ihrem Gipfeltreffen in Pittsburgh heute die Reform der Finanzmärkte weiter vorantreiben. Dabei zeichnet sich eine Annäherung im Streit um strengere Regeln für den Bankensektor ab. Auch bei anderen Themen scheint eine Einigung so gut wie sicher. Am Rande des Gipfels kam es bei Demonstrationen zu schweren Ausschreitungen.

HB PITTSBURGH. Wer hätte das gedacht. Die 20 führenden Wirtschaftsmächte werden sich wohl mit Zustimmung der USA auf eine Begrenzung der Boni für Bankmanager einigen. US-Finanzminister Timothy Geithner höchstselbst erklärte am Donnerstag zu Beginn des G-20-Gipfels in Pittsburgh vor Journalisten, was die "Grundsatzeinigung" für Boni bedeutet. Jedes Land soll bis Ende des Jahres eigene Regeln für die Entlohnung der Banker aufstellen, die anschließend von einem internationalem Gremium überwacht werden sollen, sagte Geithner. „Wir wollen sehr starke Regeln haben, um die von der Bezahlungsart motivierten Risiken zu begrenzen.“

Aus der französischen Delegation verlautete dagegen, die Länder hätten sich noch nicht auf Einschnitte bei den Managergehältern verständigt. „Es gibt Fortschritte, aber noch keine Einigung“, hieß es. Jedoch sei man zuversichtlich, dass man die eigenen Vorstellungen weitgehend durchsetzen könne.

Die Debatte um teils exorbitante Boni könnte eines der umstrittensten Themen des Gipfeltreffens sein. Deutschland und Frankreich fordern eine strikte Regulierung, Großbritannien und die USA schienen sich bislang eher für unverbindlichere Standards einzusetzen. Geithner zeigte sich jedoch zuversichtlich. Beim Abschluss des Gipfeltreffens am heutigen Freitag werde „es einen weitreichenden und sehr detaillierten Katalog von Richtlinien“ geben. Es werde in jedem Land eine Mischung aus „Vorschriften, Gesetzen und beratenden Maßnahmen“ geben, um den Richtlinien Gewicht zu verleihen.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso unterstrich die Bedeutung des Themas: „Europäer sind über Banken schockiert, von denen manche vom Geld der Steuerzahler abhängen, die erneut exorbitante Boni zahlen.“ Es gehe nicht darum, eine „Hexenjagd“ auf Banker zu veranstalten, beteuerte Barroso am Donnerstag. Es soll darum gehen, über neue Entlohnungsregeln die Anreizstruktur zu verändern und so für mehr Stabilität zu sorgen. Die übermäßigen Boni, die zur Aufnahme großer Risiken ermunterten, galten als Mitauslöser der Finanzkrise.

Als internationales Aufsichtsgremium brachte Geithner das auf dem letzten G20-Gipfel in London neu aufgestellte Forum für Finanzstabilität ins Gespräch, in dem Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden der Mitgliedsländer vertreten sind.

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