
PARIS. „Seit Anfang der 70er-Jahre leben wir in einem internationalen Nicht-System“, beklagte er. „Wir wollen nicht zurück in ein System fixer Wechselkurse“, so Sarkozy weiter. Nötig sei es indes „Instrumente zu schaffen, die exzessive Volatilität der Währungen vermeidet“, sagt er.
Als eine Ursache für die großen Währungsschwankungen hat Frankreichs Staatschef den Devisenhunger von aufstrebenden Volkswirtschaften ausgemacht. Diese würden sich auf diese Weise davor absichern, dass ausländische Investoren plötzlich Kapital abziehen.
Als Alternative schwebt Sarkozy vor, Ländern wie China verstärkt Zugang zu Sonderziehungsrechten des Internationalen Währungsfonds anzubieten. Diese Sonderziehungsrechte sind eine Art Kunstwährung, mittels derer Staaten Kasse vorhalten können. „Ein internationales Reserve-Aktivum anzubieten, das nicht nur von einem Land ausgegeben wird, kann das gesamte System stabilisieren“, so Sarkozy in Anspielung auf den US-Dollar.
Ökonomen sind skeptisch: „Die Sonderziehungsrechte werfen keine Erträge ab, und sind als Reserve daher denkbar unattraktiv“, sagte Sylvain Broyer, Ökonom der Bank Natixis. Denn China würde für seine Devisen Aktiva kaufen wie Staatsanleihen. Damit aber die Kunstwährung Sonderziehungsrechte Erträge biete, müssten Emittenten wie Deutschland Schuldtitel in Sonderziehungsrechten begeben. Das sei derzeit nicht möglich.
Als weiteres Ziel hat sich Sarkozy für die G20-Präsidentschaft die Regulierung des Rohstoff-Handels gesetzt. Es sei „möglich und wünschenswert“, Regulierungsansätze für Finanzprodukte auf Rohstoff-Derivate auszudehnen. Desweiteren schwebt ihm eine Art internationales Versicherungssystem vor, mit dessen Hilfe sich Produzentenländer gegen Preisschwankungen absichern könnten. Als dritte Baustelle will er die internationalen Governance-Strukturen verbessern. Unter anderem will Sarkozy den G20 ein permanentes Sekretariat verpassen.