G20-Treffen
Ökonomen fordern eine globale Schuldenbremse

Die Staats- und Regierungschefs der G20 treffen sich in Cannes um Schuldenabbau und Bankenreformen zu diskutieren. Ökonomen fordern Ergebnisse - doch schon im Vorfeld gibt es Streit.
  • 6

BerlinAngesichts der Rekorddefizite in den wichtigsten Ländern der G20 fordert der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Klaus Zimmermann eine globale Schuldenbremse nach dem Vorbild Deutschlands oder der Schweiz. „Um eine weitere Ausbreitung der Krise zu vermeiden, ist eine globale Schuldenbremse erforderlich“, sagte Zimmermann dem Handelsblatt. Zwar haben sich die G20 beim ihren letzten Treffen in Seoul auf einen Konsolidierungsplan verständigt. Dieser hat jedoch keinen bindenden Charakter.

Nach Ansicht von Zimmermann, der das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn leitet, kann ein nachhaltiger Defizitabbau nur durch die Verankerung einer Schuldenbremse in den jeweiligen nationalen Verfassungen der G20 gewährleistet werden. Ferner sei eine Überwachung der Verpflichtungen durch ein transnationales, unabhängiges Expertengremium erforderlich, so der IZA-Ökonom.

Diese Überwachungsgremien könnten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) oder beim Europäischen Stabilitätsmechanismus (EMS) angesiedelt werden und eine regelmäßige Evaluierung der nationalen Budgetplanung vornehmen. „Durch dieses globale Monitoring würde ein wirksames Frühwarnsystem entstehen, um künftige Staatsschuldenkrisen zu vermeiden“, hofft Zimmermann.

Die „Strategie des Durchwurstelns“ funktioniere nicht mehr, weder in der auf Zeit spielenden Euro-Zone noch in den USA. Die G20 seien der „richtige Rahmen für eine globale Schuldenbremse“, weil sie 90 Prozent der Wirtschaftsleistung repräsentieren, 80 Prozent des internationalen Handels und rund zwei Drittel der Weltbevölkerung.

Die Staats- und Regierungschefs der G20 treffen sich am Donnerstag und Freitag dieser Woche im südfranzösischen Cannes. Neben dem Abbau der Schulden stehen weitere Reformen im Bankensektor sowie die Spekulationen auf den globalen Rohstoffmärkten im Mittelpunkt. Auch das Thema Finanzmarkttransaktionssteuer wird eine Rolle spielen.

Seite 1:

Ökonomen fordern eine globale Schuldenbremse

Seite 2:

Schäuble will Finanzmarktsteuer notfalls nur in der EU einführen

Kommentare zu " G20-Treffen: Ökonomen fordern eine globale Schuldenbremse"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wo waren die Ökonom als es los ging mit der Gründung von Landesbanken ? Wo waren sie als es hiess Zeitarbeit ist ne Tolle Sache ? Wo waren sie als die Grundrechenarten des Kaufmanns neu gestaltet wurden ? Jeder Laienspieler Konnte sehen das weder der Moloch EU noch der super Wirtschaftsaufschwung kein Strohfeuer waren, Nun machen die Scweinehunde sich vom Acker und wollen ihren abgenagten Knochen retten. Ihr super Ökonomen 54 Billionen Guthaben der Welt stehen 683,7 Billionen ungedeckte Derivate gegenüber,das ist schon sehr lange bekannt, 2003 sprach man schon in der Kanzlerrunde von Bad Banks. Was soll also noch einen Gau verhindern bestimmt nicht Papier bedrucken. Ne Abwrackprämie aus System vielleicht ? den Steuerzahler gehören eh schon die Banken.

  • "Diese Überwachungsgremien könnten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) oder beim Europäischen Stabilitätsmechanismus (EMS) angesiedelt werden und eine regelmäßige Evaluierung der nationalen Budgetplanung vornehmen. „Durch dieses globale Monitoring würde ein wirksames Frühwarnsystem entstehen, um künftige Staatsschuldenkrisen zu vermeiden“, hofft Zimmermann."

    Acha! Staatsschuldenkrisen vermeiden...neues Frühwarnsystem. Soso. Ist der Ahnugslos oder tut er bloss so?

    Wie wär es den wieder zurück zum Goldstandard?

  • Naja, bald sind wir alle Millionäre. Und dann dauert's nicht mehr lange, und wir sind alle Milliardäre. Das wird schön...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%