G7-Finanzministertreffen
Schäuble fordert „Politik für nachhaltiges Wachstum“

Wolfgang Schäuble setzt sich beim Treffen der G7-Finanzminister für nachhaltiges Wachstum ein. Die Länder müssten ihre Verpflichtungen erfüllen, sagte er. Frankreich und die USA wollen die Sparpolitik hingegen lockern.
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LondonDie Finanzminister der sieben wichtigsten westlichen Industrienationen (G7) beraten im britischen Buckinghamshire über die Finanzlage in der Welt. Im Mittelpunkt des am Samstag zu Enden gehenden informellen Treffens, bei dem keine Abschlusserklärung erwartet wird, sollen Gespräche über die Regulierung der Finanzmärkte stehen. In vielen Ländern sind die vereinbarten Eigenkapitalregelungen zu Basel III noch nicht umgesetzt.

„Es geht darum, wie wir eine Politik für nachhaltiges Wachstum zustande bringen“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei seiner Ankunft in Hartwell House, einem Landsitz rund 70 Kilometer nordwestlich von London. Die Fehler der Vergangenheit dürften nicht wiederholt werden, warnte er. Die Länder müsste ihre Verpflichtungen erfüllen. Seitens der Bundesbank wurde eine „unterschiedliche Entschlossenheit“ beobachtet, das Nötige für strukturelle Reformen zu tun. „Es gibt erhebliche Defizite, auch bei den hier vertretenen Ländern“, hieß es. Die Notenbankchefs der G7-Länder tagen zusammen mit den Finanzministern in Großbritannien.

Erwartet wird, dass Schäuble seine Politik der strengen Haushaltskonsolidierung wird verteidigen müssen. Aus Frankreich und den USA, für die erstmals der neue Finanzminister Jacob Lew an einem G7-Treffen teilnimmt, kamen zuletzt verstärkt Forderungen nach mehr staatlichen Wachstumsanreizen und einer Lockerung der Sparpolitik. „Wir haben eine ausgewogene Politik in Europa, auch in Deutschland“, sagte Schäuble dazu. Zunächst müssten die strukturellen Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum erfüllt sein.

Der britische Finanzminister George Osborne warnte unterdessen vor verfrühtem Optimismus beim Kampf gegen die Finanzkrise. „Eine weltweite Erholung können wir nicht als gegeben annehmen“, betonte er. Großbritannien hat gemeinsam mit den USA und Australien kurz vor dem Treffen der Finanzminister eine neue Attacke auf Steuerhinterzieher in Offshore-Territorien gestartet. Die britische Steuerfahndung wertet nach eigenen Angaben die riesige Menge von 400 Gigabite Datenmaterial aus.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " G7-Finanzministertreffen: Schäuble fordert „Politik für nachhaltiges Wachstum“"

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  • "Der britische Finanzminister George Osborne warnte unterdessen vor verfrühtem Optimismus beim Kampf gegen die Finanzkrise. „Eine weltweite Erholung können wir nicht als gegeben annehmen“"

    Osborne scheint ja ein ganz helles Köpfchen zusein. Außer Kreditbetrug durch Gelddrucken zu Lasten erhrlicher, realer, altmodische Arbeit haben doch Angelsachsen und die ihnen in einer mehr als merkwürdigen Verbundenheit hörigen Franzosen derzeit keinen Plan und kein Geschäftsmodell. Macht nur so weiter ihr Papiertiger. Für den Rückfall in die Barbarei, in die Eure maßlose Überhöhung papierner Werte führt, landet ihr hoffentlich dann in Nürnberg ihr Schreibtischkriegsverbrecher!

  • Schaeuble und seine G7 Kollegen haben gegackert wie alte Hennen. Was gab es eigentlich zu gackern? Am 1. Januar 2013 ist der “verschaerfte Stabilitaets- und Wachstumspakt” in Kraft getreten, der Laender zu einem ausgeglichenen Haushalt verpflichtet mit einer Toleranz von 0,5 bzw. 1% des BIP. Das ist einfach einzuhalten! Ohne Vertragstreue der Partner kann keine Zusammenarbeit funktionieren. Da gibt es auch nichts mehr ueber Austeritaetspolitik und Lockerung des Spargebots zu gackern. Wozu wurde denn dieser verdammte Vertrag geschlossen? Zur Volksverdummung?

    Frankreich hat angekuendigt mindestens zwei Jahre zu benoetigen um wieder die 3% Grenze einhalten zu koennen. Von 3% ist in dem Vertrag gar nicht mehr die Rede! 3% lassen die Schuldenquote Frankreichs und der meisten Laender noch weiter steigen. Dieser Vertrag – war das die Kopfgeburt eines deutschen Politikers? – ist noch wertloser, als sein Vorgaenger und alle anderen Europavertraege auch.

    Wann verweigert die Budesregierung endlich die Uebernahme weiterer Verpflichtungen unter Hinweis auf die Vertragsverletzungen?

  • Zitat : Wolfgang Schäuble setzt sich beim Treffen der G7-Finanzminister für nachhaltiges Wachstum ein. Die Länder müssten ihre Verpflichtungen erfüllen, sagte er.

    - was hat den die SPARPOLITIK des "Sparschweinchens im Wägelchen" mit einem Wachstum zu tun ? Zu welchem Wachstum sind die Länder denn Verpflichtet ?

    Erklärt denn jemand dem Finanz-Gnom, dass ein WACHSTUM nur durch INVESTITIONEN möglich sei !

    Und die INVESTITIONEN werden durch INVESTOREN getätigt, die vorher den Markt auf RENTABILITÄT prüfen !

    Und welches dieser Südländer ist denn für die INVESTOREN rentabel ( mit hohen Löhnen und geringer Kaufkraft ).....KEINS !

    Welche „Politik für nachhaltiges Wachstum“ fordert denn dieser "Ökonom" ?

    Man kann natürlich auch politisch investieren und ein Wachstum erzeugen.....durch Staatsprogramme, auf Steuergelder....dann finden wir uns aber in den Vereinigten Staaten von Europa wieder....da müssten aber vorher die Verfassungen der Mitgliedstaaten außer Kraft gesetzt werden ?!!"!

    DIE GAUNER DREHEN SICH IM KREISE !

    Aber der Sprit ist bald alle !

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