G7-Gipfel der Finanzminister

Brainstorming im Barockschloss

1000 Polizisten, hohe Stahlgitter, viel Symbolik: In Dresdens historischer Altstadt wollen die G7-Finanzminister über das politische Tagesgeschäft hinausdenken. Schäuble erinnert und mahnt. Doch ein Problem holt ihn ein.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schaeuble (CDU) bei seiner Rede vor den Minister-Kollegen. Er erinnert an die Vergangenheit Dresdens – und schlägt den Bogen bis zu Pegida. Quelle: dpa
G7-Finanzministertreffen in Dresden

Bundesfinanzminister Wolfgang Schaeuble (CDU) bei seiner Rede vor den Minister-Kollegen. Er erinnert an die Vergangenheit Dresdens – und schlägt den Bogen bis zu Pegida.

(Foto: dpa)

DresdenInspiriert haben Wolfgang Schäuble die Briten. Als sie vor zwei Jahren G7-Gastgeberland waren, luden sie die Finanzminister und Notenbankgouverneure erstmals zu einem reinen Dialog-Treffen ein, das auf Beschlüsse bewusst verzichtete: Wie zu Beginn der Gipfeltreffen in den 70er-Jahren sollte die Zeit nicht für den Streit um Formulierungen im Detail, sondern zum Nachdenken genutzt werden.

So ganz aus der Welt wie der englische Landsitz damals ist Sachsens Landeshauptstadt natürlich nicht. 1000 Polizisten und hohe Stahlgitter, von Sachsens Regierung extra mit barocken Verzierungen bestellt, schirmen das Taschenbergpalais und das Residenzschloss ab. Die übrige Altstadt bleibt aber frei zugänglich, sogar die Gaststätten rund um die Frauenkirche, dem Ort der festlichen Eröffnung am Mittwochabend, bedienen an Tischen auf dem Platz. Und eine kleine Gruppe Demonstranten der Entwicklungshilfe-Organisation „One“ lässt Luftballons, bedruckt mit den Köpfen der G7-Regierungschefs, über dem Neumarkt schweben, den die Delegationsbusse überqueren.

Die barocke Altstadt taugt für Gastgeber Schäuble zum Symbol. In der Frauenkirche erinnert er seine Kollegen aus den USA, Japan, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada an die Zerstörung Dresdens durch britische Brandbomben am 13. Februar 1945 und an den Wiederaufbau der Ruine mit privaten Spenden nach der deutschen Wiedervereinigung. Geld, das vor allem auch aus Großbritannien kam.

Aber er spricht auch von den Islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen, die aus Angst vor dem Unbekannten entstanden seien. „Wir müssen diesen Ängsten entgegentreten“, sagte Schäuble: „Denn kein Land kann die Herausforderungen der Globalisierung alleine meistern.“

Für Schäubles britischen Kollegen George Osborne, der die Festrede hält, ist die Frauenkirche Symbol für die Macht der Zerstörung, aber auch die Kraft des Wiederaufbaus: Die Kampfpiloten damals kamen aus den G7-Staaten Großbritannien, Kanada und den USA, erinnert er. Doch das Kreuz auf der neuen Kuppel fertigte der Sohn eines der britischen Kampfpiloten. „Nur die Deutschen schaffen es, eine Kathedrale innerhalb des Zeitrahmens und des Budgets wiederaufzubauen“, sagt Osborne. Welcher deutsche Zuhörer denkt da nicht an den Berliner Großflughafen? Und Osborne mahnt: „Wir sollten aber nicht nur die Länder sein, die historisch führend waren, sondern wollen dies auch in Zukunft sein“.

Um auf neue Ideen zu kommen, haben die G7 an diesem Donnerstag erstmals berühmte Wirtschaftswissenschaftler eingeladen, darunter Robert Shiller, Kenneth Rogoff und den früheren US-Finanzminister Lawrence Summers.

„Alles dafür tun, dass Konzerne nicht nirgendwo Steuern zahlen“
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14 Kommentare zu "G7-Gipfel der Finanzminister: Brainstorming im Barockschloss"

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  • Die wichtigste Aufgabe von W. Schäuble ist, nunmehr die unangemessen hohe Staatsquote von dzt. 52% in der BRD auf wettbewerbsgerechte 30% zu senken. Das geht durch solide Politik: Abbau des mit nicht hoheitlichen Aufgaben aufgeblähten Beamtenapparats (Bahn, Post, Lehrer, Verwalter....die kosten über 200 Mia jährlich) und durch Ausbau der Autobahnen im Westen entsprechend dem seit 25 Jahren mehr als verdoppelten Verkehrsaufkommen. Das sind die Hausaufgaben seit mehr als zwei Jahrzehnten!

  • 1000 Polizisten, hohe Stahlgitter"
    Die Typen um Murksel bekommen immer mehr Angst von ihren Multi-Kulti-Kreaturen.
    Die eigenen Völker können die Bande auch nicht mehr ertragen, eine Schande für Europa die EU
    und ihre Freunde.

  • Diesem Verschieben von Gewinnen könnte man ganz schnell einen Riegel vorschieben, indem jede ausländische Gesellschaft eine inländische Betriebsstätte eröffnen und eine Konzernbilanz vorlegen muss. Der Konzerngewinn wird dann nach den jeweiligen Umsätzen in den verschiedenen Ländern aufgeschlüsselt und versteuert. Die inländische Bilanz hätte nur noch Bedeutung für Sonderfaktoren. Eine internationale Zustimmung dürfte dieses Modell wohl nicht erhalten. Auch ist es mehr als fragwürdig, ob Deutschland als Exportnation steuerlich davon profitieren würde. Aber dem Unfug, dass internationale Konzerne mit einem Briefkasten in einer Steueroase ihren Konzernsitz begründen dürfen, muss ein Ende bereitet werden!

  • Wieder so ein Gipfel ohne wirklichen Sinn und Zweck
    Da wird wiedr jede Menge Steuergeld verbraten für nichts
    Das Gipfeln seit Merkel ist offenbar so was wie eine jährliche Ferienfahrt geworden, damit sich alle mal wieder sehen

  • Eine freie Gesellschaft hat nicht nur das Recht, sondern geradezu die Pflicht, sich mit einer Religion kritisch auseinander zu setzen, die Macht und Einfluss auf unser Leben beansprucht. Wenn Leute des rechten Randes sich dort zu profilieren suchten, ist das zwar ärgerlich, aber eine freie Gesellschaft hat das hinzunehmen. An der eigentlichen Problemstellung ändert das aber nichts, denn die Angst ist nicht vor dem Unbekannten entstanden, sondern von dem, was man bereits weiß. Auch wenn man eine kontroverse Stellung zu den Inhalten der Demonstrationen einnimmt, ist der Mut dieser Leute, die gegen den Mainstream friedlich auf die Straße gingen (was man von den Gegendemonstrationen nicht immer behaupten kann), bewundernswert. Hinweise seitens Politik und Medien, man solle lernen mit der Angst zu leben, halte ich hingegen schlicht für unterirdisch.

  • Dresden ist der letzte Ort, wo Demokratie noch funktioniert (allerdings sollten sie besser auf Figuren wie Bachmann verzichten).
    Die Bürger wollen nicht, dass aus ganz Deutschland ein NRW und Bremen gemacht wird.
    Es gibt kein Grundrecht auf orientalische Ghettos in jeder deutschen Stadt.

  • Haben Sie denn immer noch noch nicht begriffen, das "die Mitte" von vielen Menschen als ultimativer Terror verstanden werden könnte?

  • Wie schreibt der Autor im Artkel :"Aber er spricht auch von den Islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen, die aus Angst vor dem Unbekannten entstanden seien." So eine Unverschämtheit. Heute Morgen kam ein Bericht im Radio, dass allein aus Baden-Württemberg 35 Personen nach Syrien und dem Irak ausgereist sind, um bei der IS zu kämpfen. Angst vor dem Unbekannten? In der Tat frage ich mich, warum die deutsche Gesellschaft und die Sicherheitsbehörden es dulden, dass aus der Mitte unserer Bevölkerung Terroristen entstehen. Warum werden salafistische Indoktrinierungen geduldet, die irgendwann auch bei uns Menschenleben durch Terroanschläge fordern werden? Wenn ein Finanzminister dann diejenigen Menschen, welche sich berechtigterweise hierüber Sorgen machen und dann aber noch den Mut aufbringen, auf die Straße zu gehen, wie es Pegida macht, als "Islam- und fremdenfeindlich" beleidigt, fehlen mir die Worte. Aber Herr Schäuble wird ja, im Gegensatz zum ganz gewöhnlichen Bürger, durch Stacheldraht und 1.000 Polizisten geschützt ....

  • Denjenigen, die so sehr für aufgeblähte Schulden plädieren, sei gesagt, dass Schulden erpressbar machen. Volkswirtschaften, die sich nur noch durch Schuldenberge über Wasser halten, werden zusammenbrechen, weil gegen marktwirtschaftliche Regeln verstoßen wird und die Probleme lediglich in die Zukunft verlagert werden. Eine komplette Weginflationierung von Schulden ist eben nur bedingt möglich. Wenn man bedenkt, dass unser Bundeshaushalt zu einem Drittel nur für den Schuldendienst (mit höheren Zinsen wäre es noch mehr) belastet wird, dann hat das bedenkliche Ausmaße bereits angenommen. Wenn Schäuble nun zum Umdenken auffordert, ist das zwar richtig, aber derselbe Personenkreis hat im Rahmen der Globalisierung einen Steuersenkungswettlauf in Gang gebracht, der nun viele Staatshaushalte belastet. Exzesse dieses Wettlaufs waren die Schaffung von Steueroasen. Dass bei diesem üblen Spiel auch Juncker involviert war und in der Mitte Europas "völlig legal" eine solche Oase schuf, kann ich diesem Mann nicht verzeihen!

  • wird Frau Meineid NSA-Erika dort auch noch auftreten, oder reicht es inzwischen, wie sie uns mehr und mehr ans NSA Messer ausgeliefert hat?

    Es ist eine Schande, dass Deutschland sie von einer Lügnerin repräsentieren läßt, die kein Problem mit Verrat hat!

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