G8
G8-Gipfelstadt von Erdbeben erschüttert

Der vor einem Erdbeben stark beschädigte Austragungsort des G-8 Gipfels in Italien ist am Freitag erneut von einem Erdstoß getroffen worden. Das Beben mit einer Stärke von 4,1 habe in L'Aquila keine schweren Schäden angerichtet, erklären die Behörden.

HB ROM. Dort kamen im April fast 300 Menschen ums Leben, mehr als 60 000 wurden obdachlos. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte daraufhin das für den 8. bis 10. Juli angesetzte Treffen in die Stadt verlegt. Er hat versichert, die Tagungsorte würden auch einem großen Beben standhalten. Zur G8 gehören die sieben wichtigsten Industriestaaten - darunter Deutschland - und Russland.

Kurz vor dem Gipfel hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag den Abgesang auf diesen einstmals exklusivsten und mächtigsten Club der Weltpolitik angestimmt. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die heraufziehende Klimakatastrophe haben allen vor Augen geführt, dass es zur Lösung weltweiter Probleme nicht mehr ausreicht, wenn die großen „alten“ Wirtschaftsmächte in der „Gruppe der Acht“ (G8) Lösungen abstecken, die die Welt dann nachvollzieht - eine Zeitenwende.

Dass es Merkel ist, die das G8-Totenglöckchen läutet, ist immerhin pikant. Gerade sie war es in den letzten Jahren, die sich dagegen wehrte, den veränderten weltpolitischen und wirtschaftlichen Machtverhältnissen mit einer Erweiterung des Clubs um große Schwellenländer wie China zu folgen. So schuf sie noch unter deutscher G8-Präsidentschaft 2007 - quasi als Ersatz - den „Heiligendamm-Prozess“. Der stellt themenbezogen eine Art institutionalisierten Diskussionsprozess der G8 mit den fünf wichtigsten Schwellenländern (G5) dar. Nun aber die Kehrtwende. Jetzt sagt die Kanzlerin, die G20, die Gruppe der großen Industrie- und Schwellenländer, solle die zentralen Runde für globale Grundlagenentscheidungen werden.

Die G7 als Vorläuferin der G8 geht auf eine Initiative aus den 70er Jahren des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt und seines Freundes, dem damaligen französischen Präsidenten Valerie Giscard d'Estaing, zurück. Der Krise nach dem Zusammenbruch des Systems fester Wechselkurse und die erste Ölkrise veranlassten die beiden 1975, ihre Kollegen der großen Industrieländer zu einer Kaminrunde zusammenzurufen, um gemeinsame Antworten zu suchen. Die Runde etablierte sich als „Gruppe der Sieben“ (G7), bestehend aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die USA, Kanada und Japan. 1994 stieß Russland, vor allem wegen seines weltpolitischen, weniger wegen seines wirtschaftlichen Gewichts, als ständiger Gast und später als Mitglied hinzu.

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