G8-Gipfel
Festung Heiligendamm zieht Zugbrücken hoch

Eine Woche vor Beginn des G8-Gipfels ist der 12 Kilometer lange Sicherheitszaun rund um das Tagungshotel in Heiligendamm an der Ostsee dicht gemacht worden: Fortan haben nur noch Lieferanten und Anwohner Zutritt zur Sperrzone, die die Luxusherberge umschließt.

HB HEILIGENDAMM. Am Mittwochmorgen wurden die beiden Tore an den Zufahrtsstraßen geschlossen. Einwohner und andere zutrittsberechtigte Personen wie Hotelpersonal oder Zulieferer können über zwei Kontrollstellen nach Heiligendamm gelangen. Dieser Personenkreis war in den vergangenen Wochen registriert und mit Sonderausweisen ausgestattet worden. Auch Bootsfahrten direkt vor der Küste sind nun verboten. Die Sperre betrifft auch die Strecke der Schmalspurbahn „Molli“ und eine Durchgangsstraße. Der Zaun wird einen Tag nach Ende des Gipfels wieder geöffnet. Viele Bewohner der Region müssen nun erhebliche Umwege fahren.

Der 2,50 Meter hohe Zaun ist das deutlichste äußere Zeichen des Gipfels, er hatte wegen der hohen Kosten von 12,5 Millionen Euro zu heftigen Diskussionen geführt. Zum Zaun - den die Polizei technische Sperre nennt - gehören ein 50 Zentimeter in die Tiefe reichender Unterkriechschutz und Stacheldraht obendrauf. Er ist mit Kameras und Bewegungsmeldern ausgerüstet.

Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, sagte zu den Sicherheitsmaßnahmen, die Gipfelteilnehmer zählten zu den am meisten gefährdeten Personen. Das Treffen sei das erste in Deutschland nach den Anschlägen vom 11. September 2001. „Insofern sind die Sicherheitsanforderungen wesentlich gestiegen.“ In Heiligendamm treffen sich am kommenden Mittwoch für drei Tage die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, den USA, Russlands, Kanadas, Frankreichs, Großbritanniens, Japans und Italiens.

Polizei legt Widerspruch ein

Unterdessen hat die Polizei von Mecklenburg-Vorpommern Beschwerde gegen das gelockerte Demonstrationsverbot am Flughafen Rostock-Laage eingelegt. Das Versammlungsverbot sei mit Blick auf die von G8-Gegnern geplanten Blockaden des Flughafens dringend nötig, teilte die Polizei am Mittwoch in Rostock mit. Der Flughafen spiele eine wichtige Rolle für die Versorgung des G8-Gipfels. Deshalb halte die Polizei Blockadeversuche weiterhin für wahrscheinlich. Die vom Verwaltungsgericht Schwerin verhängten Auflagen für die Demonstrationen bezeichnete die Polizei als unzureichend, „um den Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorzubeugen“, heißt es in der Begründung.

Das Verwaltungsgericht hatte vergangene Woche entschieden, dass Gipfelgegner entgegen dem von der Polizei verhängten Verbot nahe dem Flughafen Rostock-Laage demonstrieren dürfen. Auf dem auch zivil genutzten Militärflughafen werden die Flugzeuge der Staats- und Regierungschefs landen, die zum G8-Gipfel in Heiligendamm anreisen.

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