G8-Gipfel Zig Streitthemen und ein bahnbrechender Handels-Deal

Europa und die USA wollen auf dem Gipfel in Nordirland über eine Freihandelszone verhandeln. So viel Fortschritt ist in der Syrien-Frage kaum zu erwarten. Außerdem trübt eine Spitzelaffäre die Stimmung der Staatschefs.
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Die To-Do-Liste der mächtigen Acht
huGO-BildID: 31588365 The Lough Erne Golf Resort Enniskillen, Northern Ireland, Thursday, June 13, 2013. The Resort which is surrounded by water is
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Im Lough Erne Golf Resssort (Nordirland) werden heute und morgen die acht mächtigsten Regierungschefts der Welt zusammentreffen. Schwerpunkte des G8-Gipfels sind Wirtschaftsthemen wie etwa die Bekämpfung der Steuerflucht und der Bürgerkrieg in Syrien. Rund 8000 Polizisten sorgen für Sicherheit.

Britain's Prime Minster David Cameron speaks in front of 10 Downing Street ,about the killing of a British soldier, in London
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Großbritannien: David Cameron

Gastgeber und Prime Minister des Vereinten Königreichs David Cameron fordert vor allen Dingen einheitliche Standards zum Bankenaustausch. Damit stößt er nicht zuletzt in den britischen Überseegebieten auf Widerstand. Der mögliche Einsatz von Giftgas in Syrien hat die britische Forderung syrische Rebellen zu bewaffnen verstärkt.

Francois Hollande at Palais des Sports
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Frankreich: Francois Hollande

In der Syrienfrage sind sich der französische Präsident Francois Hollande und Cameron einig. Auch Hollande schließt eine Bewaffnung der Rebellen nicht aus. Wirtschaftlich steht Frankreich am Rande einer Rezession, der Haushalt ist marode, die Arbeitslosenquote auf Rekordniveau, die europäische Sparziele verfehlt.

Merkel empfängt rumänischen Ministerpräsidenten
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Bundeskanzlerin Angela Merkel schließt solche Waffenlieferungen aus. Auch wirtschaftlich steht Deutschland als der europäische Musterschüler gut da. Kritiker werfen Merkel vor, dass ihre eiserne Sparpolitik zulasten anderer europäischer Nationen geht.

Barack Obama
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USA: Barack Obama

Um die noch immer lahmende US-Konjunktur anzukurbeln, will der US-amerikanische Präsident Barack Obama vor allem den freien Welthandel vorantreiben. Im Gespräch ist eine Freihandelszone zwischen Europa und den USA. Derzeit steht dem aber noch die französische Regierung im Weg. Neben Frankreich und Großbritannien schließt auch Obama Waffenlieferungen an syrische Rebellen nicht aus. Medienberichten zufolge sollen Waffenlieferungen an „moderate Rebellen" bereits erfolgt sein.

Russia's President Vladimir Putin leaves Downing Street, in central London
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Russland: Wladimir Putin

Russland Präsident Wladimir Putin gilt hingegen als wichtigster Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Moskau unterstützt die „legitime Regierung" und will auch weiterhin Waffen an nach Syrienliefern.

huGO-BildID: 31505899 Italian Prime Minister Enrico Letta answers next to Ireland's Prime minister Enda Kenny (useen) during a press conference
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Italien: Enrico Letta

Enrico Letta ist erst seit April 2013 der neue Ministerpräsident Italiens. Das Land zählt mit einer Staatsverschuldung von rund 127 Prozent zu den am stärksten verschuldeten Staaten Europas. Beim Gipfel dürften die Partner Italien auffordern, auch mit neuer Regierung zu den Reformverpflichtungen zu stehen und diese durchzusetzen.

EnniskillenEigentlich sind konkrete Beschlüsse auf den Gipfeltreffen der G8-Staaten eher selten. Umso so deutlicher drücken Europa und Amerika ihren Willen aus, in Nordirland auf wirtschaftspolitischem Feld einen Durchbruch zu erreichen. So wollen die beiden größten Wirtschaftsblöcke der Erde über eine Freihandelszone verhandeln. Das sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Montag vor Beginn des G8-Gipfels. Wenig Hoffnung auf einen ähnlichen Durchbruch gab es hingegen in der Syrien-Frage. Der Westen und Russland lagen weiterhin über Kreuz, wie der Bürgerkrieg politisch beendet werden kann.

Der transatlantische Handels-Deal ist bahnbrechend. Der Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen soll für Wachstumsimpulse und Arbeitsplätze sorgen. Die Freihandelszone wäre mit 800 Millionen Einwohnern so groß wie keine andere auf der Welt. Man werde noch heute gemeinsam mit US-Präsident Barack Obama grünes Licht geben, sagte Barroso am nordirischen Lough Erne.

Die EU und die USA stehen gemeinsam für fast die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung. Rund ein Drittel der globalen Handelsströme entfallen allein auf sie. Unterschiedliche technische Normen, Sicherheitsstandards oder Wettbewerbsvorschriften schränken den Handel jedoch ein.

Wenig hoffnungsvoll für einen Durchbruch dieser Qualität waren Diplomaten für die Beratungen zwischen Russland und seinen westlichen Partnern beim G8 über Syrien. Dennoch setzte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die am Nachmittag in Nordirland eintraf, darauf, dass sich Russland doch bewegen könne.

„Russland hat leider bis jetzt mehrere Resolutionen im Sicherheitsrat verhindert. Vielleicht kommen wir bei diesem Thema jetzt voran“, sagte Merkel vor dem Abflug. Allerdings machte sie nicht allzu große Hoffnungen auf Fortschritte, da es „sicherlich an mancher Stelle auch kontroverse Beratungen“ geben werde. US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Wladimir Putin wollten am Abend zu einem Gespräch unter vier Augen auch über Syrien zusammenkommen.

„Deutschland steht nicht abseits“
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  • ...na also, geht doch! NETIQUETTE ist - je nach redaktioneller Besetzung im HB - durchaus lernfähig....Respekt!

  • Diese 'Reisetante' Merkel soll sich lieber in der BRD um Steuersenkungen und die überfälligen Reformen kümmern, denn dafür bezahlen wir sie, statt auf unsere Kosten schon wieder Urlaub in Nordirland zu machen. Dort richtet sie nur zusätzlichen Schaden an...

  • [...] Merkel soll sich lieber in der BRD um Steuersenkungen und die überfälligen Reformen kümmern, denn dafür bezahlen wir sie, statt auf unsere Kosten schon wieder Urlaub in Nordirland zu machen. Dort richtet sie nur zusätzlichen Schaden an. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Zölle, unterschiedliche technische Normen, Sicherheitsstandards und Wettbewerbsvorschriften schränken den Handel ein. Damit soll Schluss sein. EUSA-weiter Handel, Datenaustausch inklusive

    ahso?
    die amis werden dann 230 V 50 hz strom haben, das metrische system wird in den usa die
    zoll/fuß/meile/unzen/gallone mass-uneinheiten ersetzen?

    ah das nicht?

    na dann sehe ich keine EINHEIT bei technischen normen.

    die amis pressen wieder mal ihr minderheiten system gegen den rest der welt durch.... ein totaler sieg der andern nit so great 7 ...oder?

    wann endlich knickt die mehrheit nicht mehr gegen die größenwahnsinnige minderheit usa ein? der weltstandard wird von der mehrheit gemacht,,,,net die mehrheit nickt ab, was die minderheit will.

    dass die nsa geschichte wieder niedergemacht wird und die duckmäuser in eu und den small7 ländern sich nicht auflehnen, gegen die bespitzelung unserer transatlantischen "FREUNDE" war ja klar.

    nur hörige und sklaven lassen sich abwatschen und bedanken sich auch noch dafür

    eu= maso pur, und die amis nutzen das bei JEDER gelegenheit aus.

    ich wünsch mir mal , dass die EINMAL sagen was die europäer wollen und das mit mehrheitsbeschluss einfach so durchziehen, wie das bis jetzt nur die minderheit amis umgekehrt machen....

    werd ich aber wohl nie erleben....
    :-(

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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