G8-Staaten
60 Milliarden Dollar für den arabischen Frühling

Die G-8-Staaten und internationale Entwicklungsbanken stocken ihre finanziellen Hilfen für den arabischen Frühling auf. Die Milliardenhilfen sollen die Demokratisierung der Region voranbringen.
  • 4

MarseilleDie Reformbewegungen in mehreren Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens können mit großzügiger finanzieller Hilfe der G-8-Staaten, der internationalen Entwicklungsbanken und von mehreren wohlhabenden arabischen Staaten rechnen. Für die kommenden beiden Jahre wurden Ägypten und Tunesien, wo zu Beginn des Jahres langjährige autokratische Herrscher gestürzt wurden, aber auch Marokko und Jordanien insgesamt rund 58 Milliarden Dollar an Unterstützung in Aussicht gestellt. 

Das war das Ergebnis der Beratungen der G-8-Finanzminister mit der Weltbank, anderen Entwicklungsbanken und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) am Samstag in Marseille. Am wichtigsten sei, dass wirtschaftliche Strukturen geschaffen würden und die Demokratisierung vorankomme, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zum Abschluss des Treffens. 

Auch der Kreis der Beitragsländer wurde in der südfranzösischen Hafenstadt erweitert. So schlossen sich Kuwait, Katar, Saudi-Arabien, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate der im Mai gegründeten Deauville-Partnerschaft für Nordafrika an. Von der Weltbank und anderen Entwicklungsbanken sollen 38 Milliarden Euro kommen, heißt es in der Abschlusserklärung. An bilateralen Hilfen der G-8-Länder und der Europäischen Union waren schon im Mai 20 Milliarden Dollar zugesagt worden. G-8-Gastgeber Frankreich verdoppelte seine Unterstützung auf 2,7 Milliarden Euro.

Auch der Übergangsrat aus Libyen nahm an dem Treffen teil, erhält aber angesichts der Umbruchsituation in dem Land, wo sich Truppen des früheren Machthabers Muammar al Gaddafi und die Kämpfer der Übergangsregierung weiter heftige Gefechte liefern, zunächst noch keine finanzielle Unterstützung. Das könnte sich aber schnell ändern, wie der kanadische Finanzminister Jim Flaherty Libyen in Aussicht stellte. Der britische Schatzkanzler George Osborne kündigte an, dass schon bald die Sanktionen gegen Libyen aufgehoben und eingefrorene Gelder freigegeben werden könnten. Ziel sei es zudem, die Ölproduktion so schnell wie möglich wieder in Gang zu bekommen. Der neue libysche Botschafter in Frankreich, Mansur Sejf al Nasr, nannte das Treffen einen Erfolg.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " G8-Staaten: 60 Milliarden Dollar für den arabischen Frühling"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • und die Demokratisierung vorankomme, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zum Abschluss des Treffens. --
    ------------

    So der durchgeknalle Schäuble.
    Was tut er denn, wenn aber in einigen Ländern niht Demokratie entsteht sondern ein streng islamischer Staat?
    Übrigens unsre neue Schuldenaufnahme wird dann ja wohl erweitert. Bravo. So kann man auch ein Volk und ein Land zerstören
    Welche Abgaben wohl demnächst bei uns steigen?

  • Was soll denn dieser haarsräubende Blödsinn?
    Diese Länder sind doch nicht arm.
    Und wo ist das Geld der ehemaligen Machthaber?
    Ich denke, die Konten, die ja z. T. im Weten snd, dieser Herren sind eingefroren.
    Also kann man das Geld für den Wiederaufbau verwenden.
    Wie weit soll die europ. Geldverschwendung noch gehen?
    Unsere Politker müßten vor Gericht gestellt werden, da sie ihr eigenes Land dem Verfall preisgeben zu Gunsten anderer Länder.
    Ich glaub es ja einfach nicht, wie kriminell die sind.

  • Die Geberländer sind so gut wie pleite u. hängen sich jetzt

    noch weiter in ein Schuldenszenario wofür sie kein Geld

    haben .

    Die Zeiten dürften entgültig vorbei sein für alle Hilfen .

    Deutschland ist durch den EURO selbst pleite, nur will

    es Merkel u. Schäuble nicht wahrhaben .

    Da hilft neuerdings auch keine Hochrechnung der Rente mit

    69 durch Schäuble .

    Haben die unfähigen Politiker immer noch nicht begriffen,

    daß das Volk diese Politik u. Politiker nicht will!!


Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%