G8-Treffen in Moskau: Russland will arme Länder entlasten

G8-Treffen in Moskau
Russland will arme Länder entlasten

Die ärmsten Länder sollten von ihren Schulden entlastet werden, forderte der russische Präsident Wladimir Putin anlässlich des Treffens der G8-Finanzminister in Moskau. Die Ministerrunde der führenden Industrienationen wurde erstmals von einem russischen Finanzminister geleitet.

HB MOSKAU. Putin, der zureit den Vorsitz der G8-Staaten innehat, will die Maßnahmen zur Schuldenbefreiung der Länder vorantreiben. Sei Land werde auf dem Gipfeltreffen im Juli in St. Petersburg die bisherigen Prioritäten der weltweit größten Industriestaaten weiterverfolgen, betonte Putin bei einem Treffen mit dem britischen Finanzminister Gordon Brown im Kreml.

Das Treffen der Finanzminister sollte den Gipfel der Gruppe der sieben führenden Industrienationen und Russlands Mitte Juli in St. Petersburg vorbereiten. Für Deutschland nahmen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und sein Staatssekretär Thomas Mirow an dem Treffen teil. In den Beratungen ging es nach russischen Angaben zunächst um die Weltkonjunktur. Die G8-Staaten wollten über Maßnahmen zur Entlastung des angespannten Ölmarktes beraten. Außerdem stand die vor einem Jahr beim G8-Gipfel im britischen Ort Gleneagles vereinbarte Entschuldung der ärmsten Entwicklungsländer auf dem Programm.

In diesem Zusammenhang haben auch die Finanzminister einen vollständigen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde begrüßt. Ein entsprechendes Verfahren des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Entschuldung der 19 ärmsten Länder sei der richtige Weg, erklärten die Minister der G8-Staaten laut Agentur Itar-Tass. Die Unterstützung für jene Länder solle bereits im laufenden Jahr umgesetzt werden.

Russland führt erstmals den Vorsitz in der G8 und hat sich Energiesicherheit, Bildung und den weltweiten Kampf gegen Infektionskrankheiten als Hauptthemen gewählt. Wie in den vergangenen drei Jahren berieten die G8-Finanzminister zunächst mit ihren Kollegen aus China, Indien, Südafrika und Brasilien über die wirtschaftliche Entwicklung.

Die Finanzminister haben Russlands Wunsch nach vorzeitiger Rückzahlung seiner Schulden gegenüber den Ländern des Pariser Clubs grundsätzlich positiv aufgenommen. „Wir begrüßen, dass Russlands verbesserte fiskalische Position es dem Land erlaubt, eine vorzeitige Rückzahlung seiner Schulden gegenüber dem Pariser Club ins Auge zu fassen“, hieß es im Entwurf für die G-8-Abschlusserklärung. Der Pariser Club umfasst die großen westlichen Gläubigerländer. Die G-8 begrüßte auch, dass Russland auf Grund seiner hohe Einkünfte aus dem Energiegeschäft die Möglichkeit hat, mehr für Hilfen an Entwicklungsländer zu leisten.

Das weltwirtschaftliche Wachstum schätzt die G-8 dem Entwurf zufolge weiterhin als solide ein und äußert die Erwartung, dass dies auch 2006 weiter andauern werde. Allerdings bestünden auch Risiken, insbesondere die hohen Ölpreise. Dieses Problem soll in einem noch engeren Dialog zwischen Ölproduzenten, -konsumenten und Unternehmen angegangen werden. Allerdings heißt es auch, essenziell sei, dass Marktmechanismen zum Tragen kommen sollten, um ein effektiv funktionierendes Welt-Energie-System zu sichern. Schließlich mahnen die G-8 noch mehr Anstrengungen an, um die weltweiten wirtschaftlichen Ungleichgewichte zu vermindern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%