Mit einem Ergebnis bei den Anforderungen an Hedge-Fonds ist dagegen noch nicht zu rechnen. So geht man in G8-Kreisen davon aus, dass es erst im kommenden Jahr zu einer Verständigung auf einen freiwilligen Verhaltenskodex der Hedge-Fonds-Branche kommt. „Das wäre ein großer Erfolg“, heißt es in Steinbrücks Umfeld.
Deutschland hatte zu Beginn seiner G8-Präsidentschaft eine Initiative für mehr Transparenz bei Hedge-Fonds gestartet. Die anfängliche Skepsis ist mittlerweile einer breiten Unterstützung gewichen. Auch Großbritannien und die USA befürworten nun die deutschen Vorschläge.
Als einen wichtigen Durchbruch bewertet das Finanzministerium das Konzept, das der frühere Vizepräsident der englischen Notenbank, Andrew Large, mit Vertretern der großen britischen Hedge-Fonds erarbeitet hat. Bundesfinanzminister Steinbrück sieht das Papier als geeignete Vorlage für allgemeine Wohlverhaltensregeln. Nach Aussagen des stellvertretenden amerikanischen Finanzministers Robert Kimmitt ist damit zu rechnen, dass auch die wichtigen amerikanischen Hedge-Fonds den britischen Vorschlag unterstützen. Bei einem Gespräch mit Steinbrück signalisierte Kimmitt ein Entgegenkommen der Amerikaner. Kurz vor dem G8-Finanzministertreffen hat Steinbrück gestern eigens mehrere Investmentbanker in New York getroffen.
In den vergangenen Monaten haben vor allem Finanzstaatssekretär Thomas Mirow und Abteilungsleiter Jörg Asmussen für einen freiwilligen Verhaltenskodex bei Hedge-Fonds geworben. In den Gesprächen haben die deutschen Finanzbeamten darauf hingewiesen, dass die Transparenz-Initiative keine regulativen Ziele verfolge, sondern ausschließlich eine größere Offenheit im Finanzsektor zum Ziel habe, erfuhr das Handelsblatt aus dem Finanzministerium. Anfang Dezember will Steinbrück mit seinem japanischen Amtskollegen über die Fortsetzung der Hedge-Fonds-Initiative sprechen. Japan hat 2008 den G8-Vorsitz.

