Gaddafi in Tripolis: Bizarrer Auftritt eines Despoten

Gaddafi in Tripolis
Bizarrer Auftritt eines Despoten

Die Aufnahme wirkte wie ein Sketch: Libyens Staatschef Gaddafi nutzte einen ersten Kurzauftritt im libyschen Fernsehen um Spekulationen entgegenzutreten, dass er nicht mehr im Land sei. Die USA zeigten sich tief besorgt.
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Tripolis/KairoErstmals seit Beginn der Unruhen in seinem Land hat sich der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi zu Wort gemeldet. Im Staatsfernsehen sagte er in der Nacht zum Dienstag: "Ich bin in Tripolis und nicht in Venezuela." Er trat damit Spekulationen entgegen, wonach er Libyen bereits verlassen haben soll.

Sonst sagte Gaddafi nichts. Er trug während der nur wenige Sekunden langen Aufnahme, die wie ein Sketch wirkte, einen Regenschirm in der Hand. Er saß dabei in einem alten Auto und murmelte leise vor sich hin. Am Vorabend hatte sein Sohn Saif al-Islam die Libyer gewarnt, falls sie ihre Proteste fortsetzen sollten, drohe ein Bürgerkrieg.

Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete, es sei der Befehl erteilt worden, Bengasi in den nächsten Stunden aus der Luft anzugreifen. Bengasi ist nach der Hauptstadt Tripolis die zweitgrößte Stadt Libyens. Dort hatte der Aufstand gegen Gaddafi begonnen.

Aus dem Pariser Exil meldete sich in der Nacht Gaddafis ehemals treuer Weggefährte Nuri al-Mismari zu Wort. Al-Mismari forderte Gaddafi auf, die Macht abzugeben und sagte sich gleichzeitig von ihm los. Nach vor knapp drei Monaten hatte der frühere Gaddafi-Berater erklärt, er sei nach Frankreich geflohen, weil andere Mitglieder des engen Zirkels von Gaddafi ihn bei diesem schlechtgemacht hätten.

Bei dem Versuch, die Proteste gegen Gaddafi niederzuschlagen, haben libysche Sicherheitskräfte nach Medienberichten allein am Montag mehr als 150 Menschen getötet. Wie der arabische Sender Al-Dschasira unter Berufung auf Augenzeugen berichtete, flogen Kampfflugzeuge in der Hauptstadt Tripolis Angriffe auf unbewaffnete Demonstranten. Soldaten hätten aus Maschinengewehren das Feuer auf die Menge eröffnet.

In Bengasi seien seit Beginn der Proteste vor fünf Tagen rund 400 Menschen getötet worden, sagte ein Vertreter von Militärangehörigen, die sich den Aufständischen in der zweitgrößten libyschen Stadt angeschlossen hatten, der Nachrichtenagentur dpa. Neben Bengasi würden die Aufständischen mittlerweile auch Sirte und das nordostlibysche Agedabia kontrollieren.

US-Außenministerin Hillary Clinton forderte die libysche Führung in scharfer Form zum Gewaltverzicht auf. "Die Welt beobachtet alarmiert die Lage in Libyen", sagte Clinton. "Jetzt ist die Zeit, das inakzeptable Blutvergießen zu beenden." Das Emirat Katar forderte eine Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga, um die Situation in Libyen zu erörtern.

Das libysche Staatsfernsehen strahlte unterdessen in der Nacht zum Dienstag "Geständnisse" von zwei Tunesiern aus, die angeblich die Demonstranten in Libyen aufgewiegelt hatten. Einer der Männer sagte, er habe dafür Geld erhalten, der andere erklärte, er habe den Organisatoren der Proteste umsonst geholfen. Die Erklärungen der Männer wirkten gestellt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es ist verständlich wenn sich die USA tief besorgt zeigen, es geht ja um einiges für die USA, nämlich darum, wenn US-Behörden weg schauten, wenn hochrangige Delegationen in Libyen den Investitionsbedarf für die Zeit nach der Normalisierung prüften.
    Auf keinen Fall wollten die Amerikaner das Feld den Europäern allein überlassen.
    Libyen hat die ELFT Größten RESERVEN DER ERDE AN ÖL.
    Danke

  • The 6th Fleet should start some exercises just to send a signal.

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