Die Überweisungen der Arbeiter in ihre Heimatländer sind dort schon lange ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der auch noch an Bedeutung zunimmt. Denn das durch den Ölpreisboom angeheizte Wirtschaftswachstum in Dubai und den Golfstaaten erhöht ständig die Nachfrage nach Fremdarbeitern, die meist aus Südostasien kommen, und damit auch die Summe, die diese an ihre Verwandten schicken.
Allein auf den Philippinen sollen die Transfers in den ersten drei Quartalen 2007 um 15 Prozent gestiegen sein, schätzt die Weltbank. Überweisungen aus den Golfstaaten sind nach Angaben des US-Finanzdienstleisters Calyx für die größten Finanzströme verantwortlich. Vor allem Indien, Pakistan, Sri Lanka, Nepal und Bangladesh profitierten davon. Laut Weltbank ist Indien der größte Empfänger von Auslandsüberweisungen. 2006 sollen es 27 Milliarden Dollar gewesen sein. In dieser Summe sind bloß die Überweisungen über das offizielle Banksystem erfasst. Hinzu kommen noch die Summen, die über das halblegale Hawala-Geldtransfersystem abgewickelt werden.
Um den Arbeitern zu helfen, wollen jetzt Menschenrechtler westliche Unternehmen an ihrer Ehre packen. Der erste Testfall ist die Guggenheim-Stiftung, die in Abu Dhabi ein Museum bauen will. Der Prestigebau soll zum Testfall werden, sagt Sarah Leah Whitson von der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“: „Wir wissen, wie Bauarbeiter in den Emiraten missbraucht werden“, sagt sie. Und wenn die Guggenheim-Stiftung das genauso machen werde, setze sie den Ruf des Guggenheim-Museums aufs Spiel.

