Gas
Gas aus Russland erreicht wieder EU

Nach fast zweiwöchigem Lieferstopp sind die russischen Gaslieferungen für Europa durch die Ukraine wieder angelaufen. Nach Angaben der ukrainischen Ministerpräsidentin Timoschenko wurden die Transit-Pipelines in der Nacht in Betrieb genommen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) begrüßte die Einigung.

HB BRATISLAVA/MOSKAU. Das Gas aus Russland hat am Dienstag nach zweiwöchigem Lieferstopp über die Ukraine erstmals wieder die Europäische Union erreicht. In der Slowakei bestätigte Wirtschaftsminister Lubomir Jahnatek um 12.00 Uhr MEZ, dass wieder Druck auf den Pipelines sei. Auch der ukrainische Energieversorger Naftogas bestätigte die einwandfreie Durchleitung an der Messstation Uschgorod an der ostslowakischen Grenze.

Zuvor hatte der russische Gasmonopolist Gazprom hat am Dienstag nach fast zweiwöchiger Lieferblockade erstmals wieder Gas für Europa in die Transitpipelines der Ukraine gepumpt. Die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko sagte in Moskau, Gazprom habe um 2.00 Uhr MEZ mit den Lieferungen begonnen. Nach Angaben von Gazprom wird das Unternehmen um 8.00 Uhr MEZ den vollen Gasfluss nach Europa wieder aufnehmen. Zuvor hatten Russland und die Ukraine ihren Streit um Gebühren und illegales Abzapfen von Gas, der mehrere Länder von der Energiezufuhr abgeschnitten hatte, offiziell beigelegt. Experten zufolge dauert es mindestens einen Tag, bis das Gas den Westen erreicht.

Timoschenko sagte, sie habe den Neustart der Lieferungen an einem Kontrollpunkt von Gazprom in Russland mitverfolgt. Sie flog in der Nacht nach Kiew zurück, wo sie sich heute (Dienstag) mit EU- Energiekommissar Andris Piebalgs treffen soll. Die Ukraine habe mit dem Kauf von "technischem Gas" in Russland auch den Streit um dieses Gas beigelegt, das zur Beförderung nach Europa nötig ist, sagte Timoschenko.

Was die Lieferung von russischem Gas für die Ukraine selbst angehe, rechne sie im laufenden Jahr mit einem Preis von 230 US- Dollar (etwa 177 Euro) pro 1000 Kubikmeter. Gazprom hatte dafür von Kiew zuletzt 179,5 $ erhalten, jedoch eine Preissteigerung angestrebt.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) begrüßte die Einigung zwischen Russland und der Ukraine. "Ich freue mich, dass es zu Vertragsabschlüssen gekommen ist", sagte der Minister am Dienstag bei der "Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft" in Berlin. "Ich freue mich, dass heute wieder Gas fließen soll, auch wenn bis jetzt noch keines da ist", fügte er an. An die Adresse der Streitparteien sagte Glos, es dürfe künftig nicht jedes Jahr zur Jahreswende zu Situationen wie dem nun beendeten Gaskonflikt kommen. Die Russen und die Ukrainer sollten ihre Probleme untereinander lösen. In diesem Fall sei er zu Lasten vieler Unbeteiligter gegangen, indem Lieferzusagen an andere Länder nicht eingehalten wurden. Dies sei völlig "inakzeptabel".

Der russische Gasmonopolist Gazprom hatte am Dienstagmorgen nach fast zweiwöchiger Lieferblockade erstmals wieder Gas für Europa in die Transitpipelines der Ukraine gepumpt.

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