Gasabkommen: Pakistan und Indien planen Iran-Pakt

Gasabkommen
Pakistan und Indien planen Iran-Pakt

Pakistan und Indien verärgern ihren politischen Partner USA: Islamabad und Teheran wollen am Freitag ein umfangreiches Gasabkommen schließen. Die neue Gaspipiline, die gegen den Willen des Bündnispartners USA durchgesetzt wird, soll den Persern neue Absatzmärkte eröffnen – ausgerechnet bei engen amerikanischen Partnern.

ISLAMABAD. Die nach den Anfangsbuchstaben der beteiligten Länder Iran, Pakistan und Indien benannte IPI-Erdgasleitung bringt vor allem das Mullahregime aus der Isolation: Iran, geostrategisch günstig gelegen zwischen den gewaltigen Lagerstätten am Persischen Golf und am Kaspischen Meer, bekommt mit der Südost-Route eine neue Option. Denn bisher bevorzugte Lieferwege westwärts – wie die unter Führung von Österreichs Energiekonzern OMV geplante Nabucco-Pipeline – sind weiter politisch blockiert.

Pakistans Präsident Pervez Musharraf will aber nach Angaben aus diplomatischen Kreisen in Islamabad mit der Unterzeichnung des seit mehreren Jahren verhandelten IPI-Projekts auch zwei politische Probleme lösen: Einerseits braucht Pakistans stark wachsende Wirtschaft dringend eine bessere Energieversorgung. Andererseits strebt Musharraf eine Aussöhnung mit Erzfeind Indien an. Unklar sei aber, ob die neue pakistanische Armeeführung den Versöhnungskurs des Ende 2007 als Armeechef zurückgetretenen Musharraf unterstützt, sagen Analysten wie Ex-General Talat Masood. Dennoch wird die neue Gaspipeline von Medien in Islamabad bereits als „Friedensleitung“ bezeichnet.

Allerdings ist bisher noch unklar, ob sich nach Pakistan auch Indien über die massiven Vorbehalte der Amerikaner gegen den Energiepakt mit Iran hinwegsetzt. Denn Delhi versucht derzeit, mit Washington einen Atom-Deal unter Dach und Fach zu bekommen: Die USA wollen die so genannte Nuclear Suppliers Group überzeugen, dass der Atommacht Indien zivile Nukleartechnologie geliefert werden darf. Prinzipiell, berichteten Zeitungen aus allen drei an der neuen Röhre interessierten Ländern, wolle Indien, dass die Pipeline von Iran über Pakistan bis nach Indien verlängert wird. Denn das aufstrebende Schwellenland braucht für sein gewaltiges Wirtschaftswachstum immer mehr Rohstoffe. Vor allem Energielieferungen sollten möglichst diversifiziert werden.

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