Gaspipeline
Türkei gibt grünes Licht für South Stream

Die Pläne Russlands für den Bau der Gaspipeline South Stream, die russisches und mittelasiatisches Erdgas durch das Schwarze Meer nach Westeuropa transportieren soll, sind einen großen Schritt vorangekommen: Die Türkei erlaubt Moskau, die Rohrleitung im Schwarzen Meer durch ihre Wirtschaftszone zu verlegen. Der Bau der Gaspipeline beginnt 2010.

ATHEN. Damit können die Russen beim Bau der Pipeline die Ukraine umgehen, mit der sie in ständige Gaskonflikte verwickelt sind. Das Abkommen über die Streckenführung von South Stream unterzeichneten der russische Ministerpräsident Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Tayyip Erdogan im Beisein von Italiens Premier Silvio Berlusconi gestern in Ankara. Der Bau der Pipeline soll 2010 anlaufen.

South Stream, ein Joint Venture des russischen Staatsmonopolisten Gazprom mit dem italienischen Energiekonzern ENI, konkurriert mit dem europäischen Pipelineprojekt Nabucco. Die Leitung soll Erdgas aus Mittelasien über die Türkei und den Balkan nach Westeuropa bringen. An Nabucco ist auch die Türkei beteiligt, der die Russen jedoch in jüngster Zeit wiederholt einen Einstieg bei South Stream angeboten haben. In Ankara heißt es dazu, man prüfe alle Angebote, stehe aber zu Nabucco.

Energiefragen dominierten den Besuch Putins in Ankara. Russland ist größter Gaslieferant der Türkei, die ihrerseits nach Deutschland und Italien drittgrößter Gazprom-Kunde im Westen ist.

Ministerpräsident Erdogan bezeichnete anlässlich der Unterzeichnung der Abkommen die Stärkung der Beziehungen zu Russland als eine der Prioritäten der türkischen Außenpolitik. Dabei spielten die vereinbarten Energieprojekte eine „Schlüsselrolle“. Der russische Regierungschef Putin betonte, man habe in den Gesprächen „Einigkeit in allen Fragen“ erzielt. Russland wird nach den Worten Putins seine Gaslieferungen an die Türkei erhöhen. Beide Länder wollen zudem gemeinsam in der Türkei Gasspeicher bauen. Auch Israel, Syrien, Libanon und Zypern könnten über die Türkei mit russischem Erdgas versorgt werden, sagte Putin.

Zu den Abkommen, die Erdogan und Putin gestern in Ankara unter-zeichneten, gehört zudem ein Kooperationsprotokoll für den Bau einer Ölpipeline von der türkischen Schwarzmeerstadt Samsun zum südtürkischen Ceyhan. Sie soll russisches Erdöl vom Schwarzen Meer zum Mittelmeer transportieren und damit Tankertransporte durch das Nadelöhr Bosporus ersetzen.

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