Gasstreit
EU: Versorgung der Gaskunden vorläufig sicher

Die Versorgung europäischer Erdgas-Kunden ist nach Einschätzung der EU-Kommission trotz des russisch-ukrainischen Gasstreits vorläufig gesichert. Nach anfänglichem Zögern schaltet sich die Europäische Union nun aber doch in den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine ein.

HB BRÜSSEL. Bisher betreffe der Konflikt keine Endkunden, erklärte ein Sprecher von EU-Energiekommissar Andris Piebalgs am Montag in Brüssel. „Wir sehen derzeit auch keine reale Gefahr für die industriellen Kunden. Aber die Lage verändert sich ständig“, fügte Piebalgs-Sprecher Ferran Tarradellas unter Berufung auf große Versorgungsunternehmen in den Mitgliedstaaten hinzu.

Russland forderte von Europa ein schärferes Vorgehen gegen die Führung in Kiew. Der Westen solle mit aller Kraft den ungestörten Transit von russischem Gas durch die Ukraine sicherstellen, sagte der Vizechef des Gasmonopolisten Gazprom, Alexander Medwedew, am Montag in Paris.

Auf die Gaslieferungen nach Deutschland hat sich der Gasstreit bislang zumindest nicht ausgewirkt. „Wir bekommen zu hundert Prozent die Lieferungen (...) die wir auch bestellt haben“, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Montag in Berlin. Dies habe eine Umfrage unter deutschen Unternehmen am Vormittag ergeben. Das Ministerium stehe darüber hinaus in Kontakt mit den betroffenen Regierungen und auch den betroffenen Unternehmen.

Am Nachmittag traten die EU-Botschafter in Brüssel zu Beratungen über die Gasversorgung zusammen. Morgens war eine Delegation der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft und der Kommission zu Gesprächen nach Kiew abgereist. Sie solle am Dienstag auch einen Vertreter des russischen Konzerns Gazprom treffen, sagte Tarradellas. „Die Mission zur Untersuchung der Tatsachen soll auch Druck ausüben, um das Problem zu lösen“, fügte Tarradellas hinzu.

In einige EU-Staaten hat der Lieferstreit zwischen Russland und der Ukraine den Angaben zufolge zu Unregelmäßigkeiten geführt. So sei in der Slowakei weniger Gas angekommen als üblich. In Polen sei ein ähnliches Problem aufgefangen worden, indem mehr Gas durch eine weißrussische Leitung gepumpt wurde. Ein leichter Druckabfall in Ungarn und Rumänien habe sich ebenfalls wieder normalisiert. Rund 80 Prozent des russischen Erdgases, das EU-Staaten beziehen, fließt den Angaben zufolge durch die Ukraine. Die europäischen Gaslager seien derzeit zu 70 bis 90 Prozent gefüllt, sagte der EU-Sprecher. Am Montag hatte auch Kroatien eine Beeinträchtigung der Gasversorgung aus Russland gemeldet.

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