Gasstreit Russland-Ukraine
Russland lehnt Fristverlängerung ab

Russland bleibt im Gassstreit mit der Ukraine hart. Um eine Energiekrise zu verhindern, hat die Ukraine am Freitag eine Fristverlängerung vorgeschlagen – offenbar vergeblich. Jetzt schaltet sich die Europäische Union ein.

HB BRÜSSEL/KIEW. Angesichts des Streits zwischen Russland und der Ukraine hat EU-Energiekommissar Andris Piebalgs für Mittwoch, 4. Januar eine Expertenrunde für die europäische Gasversorgung einberufen. Die Gruppe mit Fachleuten der Mitgliedstaaten werde in Brüssel unter anderem eine „angemessene europäische Antwort“ auf die neue Lage diskutieren, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit.

Die Kommission äußerte sich angesichts des ungelösten Streits zwischen Moskau und Kiew zwar besorgt, zeigte sich aber zuversichtlich, dass dieser gelöst werden könne. Russland und die Ukraine hätten bisher alle ihre Lieferverpflichtungen in Richtung Europa eingehalten.

Auch bei einer begrenzten Unterbrechung von Lieferungen nach Europa drohe dort auf kurze Sicht keine Erdgasknappheit, schrieb die Kommission. Russland will von der Ukraine Marktpreise für Erdgas, Kiew lehnt dies ab.

Die Ukraine hat Russland am Freitag offenbar vergeblich eine Fristverlängerung vorgeschlagen. Der Preis solle bis zum 10. Januar eingefroren werden, erklärte das Büro des ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko. Die russische Regierung teilte jedoch mit, ein solcher Vorschlag sei nicht in Moskau eingegangen. Das Gasunternehmen Gasprom fürchtet nach eigenen Angaben, mit einer neuen Frist würde die Auseinandersetzung nur verlängert.

Moskau droht, die Lieferungen an seinen Nachbarn am Sonntag um 08.00 Uhr einzustellen, sollte Kiew die Vervierfachung des Preises nicht akzeptieren. Russland will den Preis für je 1 000 Kubikmeter Erdgas von derzeit 50 Dollar (42 Euro) auf 220 bis 230 Dollar (186 bis 194 Euro) anheben. Das entspricht in etwa dem Weltmarktniveau. Die Ukraine befürchtet davon Nachteile für ihre energiehungrige Schwerindustrie und hat darum gebeten, die Erhöhung über fünf Jahre zu strecken.

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