Gasstreit
Russland und Ukraine finden keinen Kompromiss

Der Winter rückt immer näher und im Gasstreit konnten die Ukraine und Russland noch immer keine Einigung erzielen. Die Fortschritte sind kaum zu verzeichnen. Von einem Deal ist man noch weit entfernt.
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BrüsselDie erneuten Gespräche zur Schlichtung des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine haben keinen Durchbruch gebracht. Die beiden zerstrittenen Länder konnten sich auch am Dienstag nicht auf einen Betrag einigen, den die Ukraine für russisches Erdgas zahlen soll. EU-Energiekommissar Günther Oettinger sprach dennoch von „einigen wichtigen Fortschritten“. Die von der EU begleiteten Verhandlungen sollen Mitte kommender Woche fortgesetzt werden. Vor Beginn der Heizperiode drängt für die Ukraine die Zeit.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte sich am Wochenende mit seinem ukrainischen Amtskollegen Petro Poroschenko auf eine allgemeine Ausrichtung des Deals geeinigt. Dennoch gab es teils große Differenzen über die Fragen, wie, wann und wie viel die Ukraine künftig zahlen muss. Neben künftigen Lieferungen geht es Russland aber auch darum, dass die Ukraine Altschulden von gut drei Milliarden Dollar begleicht.

„Eine Hürde ist, dass die Ukraine seit sieben Monaten keine Gasrechnungen bezahlt hat“, sagte EU-Energiekommissar Oettinger nach dem Ende der Gespräche. „Wenn Sie zum Schlachter gehen und Ihre Rechnungen ein halbes Jahr lang nicht bezahlen, ist das offensichtlich ein Problem.“ Er hoffe, dass die Ukraine für die kalten Wintermonate einen Pakt schließen könne. Langfristigere Verträge hätten Zeit, sagte Oettinger.

Kiew würde seine Schulden nach Angaben von Oettinger mit Zahlungen von 1,45 Milliarden Dollar bis Ende Oktober sowie weiteren 1,65 Milliarden Dollar bis zum Jahreswechsel begleichen. Auch der russische Energiekonzern Gazprom sprach von insgesamt 3,1 Milliarden Dollar bis zum Jahresende, auf die sich Putin und Poroschenko geeinigt hätten. Wenn es zu neuen Gaslieferungen kommt, würde die Ukraine 385 Dollar pro 1000 Kubikmeter zahlen, sagte Oettinger.

Bei der EU hatte die Ukraine am Dienstag einen Milliardenkredit über knapp zwei Milliarden Euro beantragt. Diese Anfrage werde die Kommission zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds und den ukrainischen Behörden prüfen, sagte der Sprecher der EU-Kommission, Simon O'Connor, in Brüssel. Die EU halte an ihren früher gemachten Versprechen fest, die Ukraine zu unterstützen, sagte O'Connor. Die EU bewilligte der wirtschaftlich angeschlagenen Ukraine in diesem Jahr bereits ein elf Milliarden Euro schweres Hilfspaket.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gasstreit: Russland und Ukraine finden keinen Kompromiss"

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  • @ Herr Bernhard Ramsryer

    nö, er will damit sagen, dass er dann auch zu seinem Nachbarn geht und den bittet ihm das Geld für 4 Monate anschreiben zu leihen ...
    davon will er dann dem Metzger 2 Monate bezahlen, das restliche Geld von 2 Monatsrechnungen wird er verprassen und erwartet, dass der Schlachter ihm nun wieder für 6 Monate umsonst Fleisch und Wurst gibt...

    Die Ukraine wird abzapfen - Russland wird blockieren - die EU wird zahlen ...

  • „Wenn Sie zum Schlachter gehen und Ihre Rechnungen ein halbes Jahr lang nicht bezahlen, ist das offensichtlich ein Problem.“ Sagte Öttinger.

    Was will er damit ausdrücken? Gibt es dann vom Schlachter kein Fleisch und keine Wurst mehr? Muss der Kunde dann Gemüse kaufen?
    Oder im akuten Fall, muss die Pleite-Ukraine dann mit Holz heizen?

  • Russland hat ein Strategisches Interesse die Ukraine wieder in die Russische Förderation einzugliedern , es geht um Rohstoffe , um die Schwerindustrie , um die Raumfahrt ... und....und....und
    Die Ukraine möchte lieber zum Westeuropäischen Wirtschaftsbund , alles zusammen hat das potential einen dritten Weltkrieg auszulösen , sollten tatsächlich Radarstationen und Raketenstützpunkte der NATO in der Ukraine errichtet werden stehen wir an der Schwelle zum "Heißen Krieg"
    Im Interesse des friedlichen Miteinanders MÜSSEN wir möglichst noch vor dem nahen Winter einen Kompromiss finden , dabei sollte auch die Variante bedacht werden , die Ukraine aus Westlicher Sicht aufzugeben und durch freien Wahlen der Ukraine die Möglichkeit geben , teil der Russischen Förderation zu werden .

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