Gasstreit
Russland verlängert Zahlungsfrist für Ukraine

Die Ukraine hat nun bis Montag Zeit, die ausstehenden Zahlungen für Gaslieferungen an Gazprom zu begleichen. Russland und die Ukraine streiten jedoch nach wie vor über den Preis, Nachlässe wurden zuletzt gekündigt.
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MoskauRussland gibt der Ukraine nochmals mehr Zeit, die Schulden für Gaslieferungen zu begleichen. Die Frist werde bis Montag (16. Juni) verlängert, sagte Gazprom-Geschäftsführer Alexei Miller am Mittwoch russischen Nachrichtenagenturen nach in Brüssel vermittelten Gesprächen mit der Ukraine. Die beiden Länder verhandeln über Wege, wie die Ukraine offene Rechnungen bezahlen kann. Der Betrag ist umstritten, bewegt sich russischen Angaben zufolge im Milliardenbereich. Russland hatte gedroht, Vorauszahlung für künftige Lieferungen zu verlangen oder diese zu drosseln. Das könnte auch die Belieferung einiger EU-Staaten in Mitleidenschaft ziehen.

Russland hatte Preisnachlässe für die Ukraine nach der Absetzung des ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch gekündigt. Beide Seiten streiten nun über den Preis der Gaslieferungen ebenso wie über die Bezahlung bereits bezogenen Gases. EU-Kommissar Günther Oettinger tritt als Vermittler auf.

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben inzwischen eine Abschlagszahlung von 786 Millionen Dollar (knapp 580 Millionen Euro) für die Lieferungen im Februar und März geleistet. Falls die Ukraine wirklich im Voraus bezahlen müsste, könnte es zum Stopp der Lieferungen kommen, denn das Land ist hoch verschuldet und dem wirtschaftlichen Kollaps nahe.

Derweil hat die Ukraine ein russisches Rabatt-Angebot für Gaslieferungen vor Beginn neuer Verhandlungen in Brüssel offiziell abgelehnt. Der von den Russen angebotene Preisnachlass von 100 US-Dollar auf 1000 Kubikmeter Gas sei unzureichend, sagte der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk Medien zufolge am Mittwoch in Kiew. Es müsse ein neuer Vertrag aufgesetzt werden mit Marktpreisen.

Kiew und Moskau haben allerdings einen gültigen Vertrag, der bis 2019 läuft. In Brüssel sollten am Morgen unter Vermittlung von EU-Kommissar Günther Oettinger neue Verhandlungen beginnen.

Die Russen hatten demnach zuletzt einen Preis von rund 385 US-Dollar je 1000 Kubikmeter angeboten. Die Ukrainer wollen allerdings nur einen zuletzt schon gewährten Rabattpreis von 268,50 US-Dollar bezahlen. Für Russland war dies aber ein „Freundschaftspreis“, der noch unter dem im Februar in Kiew gestürzten prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch galt. Die Beziehungen zwischen Moskau und Kiew sind seither allerdings in einer schweren Krise.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gasstreit: Russland verlängert Zahlungsfrist für Ukraine"

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  • @hafnersp
    Die Systempresse taugt inzwischen recht gut als Kontraindiktor. Man kann davon ausgehen, daß es sich im Regelfall bei Artikeln z.B. zur Ukraine um die allgegenwärtige Desinformation handelt. Es werden also nicht die Fakten berichtet und dem Leser überlassen sich eine eigene Meinung zu bilden (ursprünglich wurde dies als Inbegriff des Journalismus angesehen), sondern es wird eine Geschichte erzählt, die am besten zu den angestrebten Zielen paßt und dabei mit ausgewählten Daten "garniert" wird. Die objektive Berichterstattung von Fakten ist hierbei im Regelfall nur hinderlich. Erkennbar ist dies unter anderem daran, daß Behauptungen und Unterstellungen ohne entsprechende sachliche Belege durch objektive Beweise(Generalunterstellung: Rußland und Putin sind immer und an Allem Schuld) einen wesentlichen Teil der Berichterstattung ausmachen, wesentliche Fakten die das angestrebte Bild stören würden, weggelassen oder verzerrt werden und Menschen mit anderer Meinung persönlich diffamiert und angegriffen werden, da eine sachliche und auf Argumenten basierende Auseinandersetzung aufgrund der schlechten Erfolgsaussichten für die Systemlinge möglichst immer vermieden soll. All dies sind die deutlichen Merkmale von Propaganda. Diese durchsetzt mittlerweile sämtliche Massenmedien in Deutschland. Von einer Gleichschaltung in diesem Zusammenhang zu sprechen ist nicht übertrieben. Im Regelfall sind also die tatsächlichen Hintergründe andere als die z.B. im Handelsblatt berichteten. Man muß sich dann auf die Suche machen nach Hintergründen, über die gerade nicht in den Systemmedien berichtet wird, dann kommt man der Wahrheit etwas näher. Wesentlich ist heutzutage eher, was in der Systempresse weggelassen wird und nicht was dort veröffentlicht wird.

  • @hafnersp
    Die Systempresse taugt natürlich nicht als Informationsquelle - sie fungiert als „Volksempfänger“ - wir wissen das.

    Es sollte allerdings für die geistig trägen Zeitgenossen eine Möglichkeit der neutralen Information geschaffen werden.

  • @Pandora0611

    Da die USA für diesen ganzen Schlammassel verantwortlich ist (ich erinnere an das Nuland-Telefonat, wo die derzeitige Putschregierung zusammengestellt wurde) sollen die doch ihre FED die Dollars für die Bezahlung drucken lassen. Derzeit nehmen die Russen wohl noch Dollars.

    Aber natürlich zahlen ihre Vasallen in Brüssel und Berlin gerne für das Interesse des Imperiums - wie immer.

    Und schießen sich sogar noch darüber hinaus enthusiastisch selber ins Bein, indem sie "Southstream" (was die Ukraine als Transitland umgehen würde) blockieren.

    Selbstverständlich ist das alles in unserem Interesse (dem der ca. 500 Mio Eingeborenen der EUdSSR).

    Es geht hier nicht etwa darum, ein ständiges Mittel in der Hand zu haben (nämlich die US-Marionetten in der Ukraine) um Rußland und die EUdSSR zu "teilen" und (be)herrschen. Ein Mittel, mit dem man bequem Konflikte schüren oder auch eindämmen kann, je nachdem wie es einem gefällt. Und völlig kostenlos - die Zeche bezahlen ja die anderen.

    Wir müssen uns von dem amoklaufenden US-Regime lösen - und das geht nur durch das Entfernen der erpressten und korrupten US-Marionetten in den europäischen Hauptstädten.

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