Gastarbeiter
Ganz unten in Dubai

Sie haben wenige Rechte, hausen in Baracken und müssen auch noch bei 40 Grad Hitze sechs Tage die Woche ran: Arbeiter in Dubai werden von ihren Chefs ausgebeutet und häufig auch um ihren Lohn gebracht. Das Leben der Gastarbeiter in der Wüstenwunderstadt.

DUBAI. Freizeit kennt Khaled nicht. Die Wochenenden sind für den Pakistani ein normaler Arbeitstag. Und auch tagsüber sind Ruhepausen dünn gesät, obwohl er sich bereits um sechs Uhr früh auf der Baustelle meldet und bis zehn Uhr abends malochen muss.

Khaled arbeitet zwar in Dubai, einem Ort der Superreichen und der milliardenschweren Investmentprojekte, aber er werde wie ein Sklave gehalten, sagt er. Der maximalen Arbeitszeit stehe ein minimaler Monatslohn gegenüber. Überstunden inklusive erhält er umgerechnet knapp 200 Euro. Das ist wenig – „aber“, sagt er, „es ist immer noch doppelt so viel, wie ich in meiner Heimat erhalten würde“. So er denn überhaupt einen Job hätte. Auf ein kleines Inserat „Arbeit in Dubai“ würden sich in Pakistan mehrere Hundert Arbeitslose melden, sagt er und meint: „Diese Not nützen die Emirati brutal aus.“

Khaleds Situation steht exemplarisch für die Behandlung der ausländischen Arbeiter in Dubai. Mehr als eine Million verdingen sich in der Wüstenwunderstadt, in der nur 200 000 Einheimische leben. Immer wieder hat die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ auf ihre unwürdigen Lebensumstände hingewiesen. So würden etwa die Löhne, so mickrig sie auch seien, häufig zurückbehalten. Der Fremdarbeiter sei praktisch rechtlos. Den Pass müsse er gleich bei Antritt seines Jobs abgeben. Damit solle ein Wechsel des Arbeitsplatzes oder die Flucht verhindert und die Abhängigkeit vom Unternehmer auf die Spitze getrieben werden. Die Lebensbedingungen seien „ausbeuterisch“, heißt es im Menschenrechtsbericht.

Khaled zum Beispiel wohnt zusammen mit 28 Männern in einem engen Raum, Kajütenbett steht eng neben Kajütenbett. Vermietet werden keine Zimmer, sondern einzelne Betten in Massenunterkünften.

Die sanitären Bedingungen sind mehr als dürftig: Für alle zusammen gibt es ein einziges Badezimmer. Die Fenster sind mit Plastikfolien bespannt, weil das zerbrochene Glas nicht ersetzt wird. Eine Gewerkschaft gibt es nicht, wer nicht spurt, fliegt raus.

Immerhin finden sich ihre Klagen mittlerweile in den Leserbriefspalten der Zeitungen wieder, ihre Not wird häufiger als früher in den Medien geschildert. Mit Streiks machen die Arbeiter auf ihre Hungerlöhne aufmerksam – zuletzt im Herbst.

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