Gastbeitrag zur Griechenland-Krise
Bis zum bitteren Ende

Die Euro-Rettungspolitik hat bei Griechenland schon zweimal versagt, sagen die Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich. Dennoch hält die Politik stur an diesem Muster fest – mit katastrophalen Folgen für Europa.
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Wir wissen nicht, wie es Ihnen geht, aber wir sind fassungslos und schockiert. Nach dem die Medizin der Euro-Rettungspolitik schon zweimal katastrophal versagt hat, soll sie nun in Griechenland trotzdem ein drittes Mal verabreicht werden. Hierzu fällt uns kopfschüttelnd nur ein Zitat von Albert Einstein ein: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Wie befürchtet hat sich abermals eine politische Lösung durchgesetzt und damit ist es wieder lediglich eine teure Rettung auf Zeit. Der absolute ökonomische Wahnsinn geht in die bereits dritte Runde! Und wir sind uns jetzt bereits sicher, dass dies nicht die letzte, teure Rettung sein wird. Nach dem dritten Hilfspaket wird es ein viertes, fünftes, etc. geben. Griechenland wird mit dem Euro niemals wieder wirtschaftlich auf die Beine kommen und seine Schulden werden weiter drastisch steigen.

Der politische Albtraum der Währungsunion wird von der dogmatischen Politik weiter künstlich am Leben erhalten und das, obwohl alle Indizien seit Jahren das Scheitern dieses Währungsexperiments anzeigen. Obwohl Griechenland zu 100 Prozent pleite ist, will keiner die Realität akzeptieren und das Land in den erlösenden und heilsamen Bankrott schicken. Nun stehen wir endgültig vor dem Scherbenhaufen der EU und des Euro. Jedoch möchten dies viele unserer Politiker immer noch nicht wahr haben. Es wird erneut der bequemste Weg gewählt, und gegen den Willen der Wähler abermals teure Zeit erkauft.

Innerhalb weniger Tage explodierte die Summe, die Griechenland benötigt, von 17,5 Milliarden auf nunmehr 100 Milliarden Euro – und wir reden hier nur von den nächsten drei Jahren. Damit sind die 86 Milliarden, über die gegenwärtig abgestimmt und verhandelt wird, bereits jetzt schon veraltet. Wir sind uns sicher, dass auch diese astronomische Summe leider nicht reichen wird. Ferner werden damit die Ursachen und Probleme nicht im Ansatz gelöst, sondern bloß die notwendigsten Löcher gestopft.

Das meiste Geld wird für den Schuldendienst verwendet und damit keine wirtschaftliche Stimulanz auslösen, die Griechenland und seine Bürger so dringend benötigen. Es werden weiterhin alte Schulden mit neuen Schulden bezahlt und ein Rettungspaket wird durch ein neues Rettungspaket abgelöst. In drei Jahren wird der griechische Finanzbedarf noch größer und die Schuldenberge weiterhin gigantisch hoch sein.

 

Kommentare zu " Gastbeitrag zur Griechenland-Krise: Bis zum bitteren Ende"

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  • richtig in der Bewertung und doch ganz falsch:
    "hat sich abermals eine politische Lösung durchgesetzt"

    Die Verunglimpfung, was nicht finanzmathematische Ökonomie ist, sei "politisch", verhindert den Zugang zu jedem echten Lösungsweg.
    Es gab bisher nicht mal ansatzweise den Versuch einer politischen Lösung.
    Das Politische leitet sich eben nicht vom Amt oder einer Kaste ab, sondern kommt von Polis und hat das konstituierende Qualitätsmerkmal der Ganzheitlichkeit der Betrachtung. Nicht der kleinste gemeinsame Kompromiss im Gewirr von Eigeninteressen ist politisch, sondern die Abwägung des Gesamtvorteils für alle (ohne Ausschluss) in der Gesamtheit aller Lebensfaktoren. Ganzheitlichkeit lässt sich also weder mit einem Teil vom Ganzen noch mit der Reduktion auf finanzmathematische Ökonomie mit aus statistik gewonnenen Algorithmen reduzieren. Die Gesamtheit wäre hier das Bedingungsgefüge des gesamten Euroraums und nicht eine Kanzleistube in Brüssel.

  • ... mag man so viele Beiträge im Forum für richtig und gut halten, 3 Gründe, die nur selten genannt werden, sind der "Primär-Überschuss" der ganzen Diskussionen:
    1.) USA = NATO wollen unter allen Umständen die Basen in Griechenland halten.
    2.) Bei einem GREXIT könnte Griechenland "falsch" in der EU abstimmen (Putin)
    3.) Nach einem Schuldenschnitt werden bei allen €-Staaten in irgend einer Weise die
    Bürgschaften gezogen oder haushaltsmäßig ausgewiesen. - und das will ja wohl
    niemand !!!

  • ... aber mit österreichischen Wurzeln ....

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