Gastkommentar
Warum Deutschland EU-Zahlmeister bleiben muss

Wie lässt sich die Euro-Schuldenkrise dauerhaft in den Griff bekommen? Die Politik feilt an einer Lösung. Dabei liegt diese auf der Hand - und sie wird Deutschland treffen, meint DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch.
  • 13

Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.“ Wer die in Deutschland gegenwärtig geführte Diskussion über die Schuldenkrise in Europa an diesem Ausspruch Konrad Adenauers misst, spürt: Wir laufen Gefahr, uns mit der zunehmenden Euro-Skepsis von einem Pfeiler unserer politischen und wirtschaftlichen Ordnung zu verabschieden, der uns Deutschen über Jahrzehnte hinweg aus innerer Überzeugung wie auch aus guten wirtschaftlichen Gründen als unantastbar galt.

Wir sollten dem entschieden entgegenwirken, denn gerade Deutschland hätte von einer fortgesetzten Krise der Europäischen Union, die ihren Ursprung, aber nicht ihre Grenzen in der aktuellen Staatsschuldenkrise hat, den wohl größten Schaden. Anders gewendet: Das gemeinsame Europa und seine Gemeinschaftswährung haben Deutschland wie keinem anderen Land in den zurückliegenden Jahrzehnten Nutzen gestiftet – und zwar weit über die ökonomische Dimension hinaus.

Was ist festzuhalten? Das Euro-Währungsgebiet ist unmittelbarer Ausdruck der europäischen Identität und ein entscheidender Treiber der Einheit Europas. Wir haben damit nicht nur dem währungspolitischen Flickenteppich in Europa ein Ende gemacht. Der Euro hat Europa ein deutlich größeres Gewicht in der globalisierten Welt gegeben und sichert für Europa die internationale Wettbewerbsfähigkeit als Standort – gerade mit Blick auf die aufstrebenden Märkte in Asien und Lateinamerika. Schon heute liegt der Anteil der entwickelten „alten“ Volkswirtschaften am weltweiten Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch bei knapp 50 Prozent, Europa kommt auf gerade einmal noch 20 Prozent. Für Deutschland gilt: Mehr als 40 Prozent unserer Exporte gehen in den Euro-Raum. Für deutsche Unternehmen heißt das: kein Wechselkursrisiko, vereinfachter Zahlungsverkehr, vergleichbare Preise. Der gemeinsame Binnenmarkt sichert in Deutschland rund fünf Millionen Arbeitsplätze.

Seite 1:

Warum Deutschland EU-Zahlmeister bleiben muss

Seite 2:

"Kluge Überzeugungsarbeit nötig"

Kommentare zu " Gastkommentar: Warum Deutschland EU-Zahlmeister bleiben muss"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Deutschland muss immer zahlen? Nur Deutschlandhasser und Vernichter können so etwas äußern. Diese Leute haben in Deutschland nichts zu suchen. Sie vernichten die Zukunft meiner Kinder und Enkelkinder vorsätzlich. Hier ist sofortiger Vermögenseinzug incl. Verwandtschaft und Freundschaft sowie Bekannte erforderlich. Dann werden diese Leute ihre menschenverachtende Äußerungen und Handlungen überdenken!

  • Mit Herrn Kirsch schicken die EUdSSR-Fanatiker bereits die Fußkranken bzw. Gehirmlose Parteisoldaten in den Krieg. Einfach erbärmlich.

  • z.B. Die Bürgerrechtspartei "DIE FREIHEIT", die die Klage der vier Professoren gegen den Euro-Rettungsschirm in Karlsruhe, unterstützt. Diese Partei kann man erstmalig zu der Wahl in Berlin im September wählen. Das Parteiprogramm kann man googeln.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%