Gastkommentar zur Flüchtlingskrise
Asylpolitik allein reicht nicht

Politik und Verwaltung laufen im Krisenmodus, um Zehntausende Flüchtlinge zu versorgen. Doch das allein wird nicht reichen. Asyl- und Migrationspolitik müssen Hand in Hand gehen, schreiben unsere Gastautoren.
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BerlinQuer durch die deutsche Parteienlandschaft besteht Einigkeit, dass den derzeit nach Europa kommenden Flüchtlingen schnell und unbürokratisch geholfen werden muss und dass Deutschland dazu einen Beitrag leisten kann. Dieser Konsens beruht auf der Vorstellung, dass es sich um eine kurzfristige Krise handelt. Dementsprechend arbeiten Politik und Verwaltung im Krisenmodus, und die politische Debatte konzentriert sich auf Reformen, die eine schnelle Bewältigung der Probleme vor allem bei der Aufnahme und Versorgung der Flüchtlinge versprechen.

Aber alles deutet darauf hin, dass es sich bei der derzeitigen Zuwanderung um eine längerfristige Herausforderung handelt, die nicht nur einen asylpolitischen, sondern auch einen migrationspolitischen Richtungswechsel und eine enge Verbindung dieser beiden Bereiche notwendig macht.

Deutschland und Europa erleben derzeit nicht nur die Auswirkungen von Kriegen und Konflikten in anderen Weltgebieten, sondern auch von wirtschaftlicher Not und Perspektivlosigkeit, unter anderem in der europäischen Nachbarschaft. Beides führt zu Wanderungen, und es ist zu erwarten, dass beide Wanderungsformen – Flucht und Migration – weiter zunehmen werden.

So wird vor allem die Zahl syrischer Flüchtlinge in den nächsten Jahren weiter steigen. Die anhaltende Gewalt dort wird noch mehr Menschen vertreiben. Die Nachbarländer – vor allem Türkei, Libanon und Jordanien – haben schon mehr als vier Millionen Syrer aufgenommen und sind damit an die Grenzen ihrer Integrationsfähigkeit gelangt.

Die Flüchtlinge haben ihre Ersparnisse aufgebraucht, die Chancen, eine Arbeit zu finden und legale Einkünfte zu erzielen, werden immer geringer, und viele Kinder haben schon seit mehreren Jahren keine Schule mehr besucht. Viele Syrer werden deshalb versuchen, weiter in die EU zu wandern.

Auch in anderen Weltregionen herrschen akute und schwelende Konflikte, etwa im Irak, in der Ukraine und im Südsudan. Selbst wenn einzelne Krisenherde temporär sind, müssen wir daher mit einer langfristig hohen Zahl von Flüchtlingen und Vertriebenen rechnen.

Gleichzeitig werden auch andere Wanderungsbewegungen zunehmen. Das Wohlstandsgefälle zwischen dem globalen Süden und den Industriestaaten ist nach wie vor groß. Vor allem jüngere Menschen aus den ärmeren Weltregionen, vom Westbalkan, aus Afrika und Asien streben nach Europa, um sich hier ein besseres Leben aufzubauen.

Kommentare zu " Gastkommentar zur Flüchtlingskrise: Asylpolitik allein reicht nicht"

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  • Das Recht des Stärkeren
    Veröffentlicht am 17. September 2015

    Uns wird ständig suggeriert, dass mit dem Rechtsstaat und seinem Rechtswesen alles in Butter sei. Das aber selbst die Kanzlette ignoriert was Recht ist und auf Gesetzen fußt muss so verstanden werden, dass sie es kann, weil sie (Godlike) über dem Gesetz steht. Der Pöbel darf sich dagegen mit Gummiparagraphen herumschlagen, die zwar für Anwälte und Gerichte einen hohen Unterhaltungswert haben, aber keine Rechtssicherheit bieten. Das Recht auf Recht genießt, wer am längeren Hebel sitzt oder die Hebel-Hebler an der Leine führt.

    Diese Tatsache wird es wohl sein, die „Regierung“ und „Opposition“ permanent gegen den Willen einer kleinen Minderheit (ihrer Wähler) und auch der mehrheitlich vorhandenen Nichtwähler handeln lässt! Ein Recht-Gläubiger Mensch kommt daher in arge Glaubenskonflikte wenn er mit ansehen muss, wie diese Mafia auch noch die, durch das Grundgesetz abgesicherte, verfassungsmäßige Ordnung angreift! Das könnte dazu führen, dass der Pöbel den Spieß umdreht und suggeriert, diese Ordnung zu verteidigen, da andere Abhilfe nicht möglich ist.

    Lieber Bürger der BRD. Uns wurde der Krieg durch die Hintertür erklärt! Wir haben ein Recht auf Recht und sind laut Grundgesetz zur Gegenwehr verpflichtet. Das Recht ist demnach auf unserer Seite! Auch dann, wenn dies irgend ein Richter abstreiten sollte. Dann nämlich wäre er ebenfalls als Feind zu betrachten, da er die Abschaffung dieser festgeschriebenen Ordnung unterstützt bzw. deren Schutz zu vereiteln trachtet. Jeder Bürger hat die Pflicht, gegen jeden Widerstand zu leisten, der es unternimmt, die im GG Art. 20 Abs. 1-3, niedergelegte Verfassungsordnung zu beseitigen.

    Vor diesem Recht muss sich auch der Schundparagraph der Volksverhetzung beugen, ebenso, wie das sogenannte Demonstrationsverbot. Obendrein steht das Grundgesetz über allen anderen Gesetzen – außer dem Naturgesetz. Aber selbst das ist, mit dem Recht des Stärkeren, auf unserer Seite. Genau

  • Asylpolitik allein reicht nicht = STIMMT !

    EUROPA BRAUCHT EINE NEUE UND NICHT SO DESASTRÖSE EUROPÄISCHE UNION !

    Der Lissabonner vertragsbruch der EU ist der bester beweis dafür dass die EU nur sich Sorgen um das Wohlergehen der Brüsseler Politiker geht aber nicht wirklich um eine bessere Zukunft für das Europäischen Kontinent mit seine über 500 Millionen Menschen darin.

    30 MILLIONEN EU-ARBEITSLOSE und viele davon PERMANENT OBDACHLOS war bisher der EU völlig egal...wie oder wer soll sich jetzt noch um den Schicksal der noch dazu kommende Flüchtlinge kümmern ??? DIE " EU " ....von was träumst Du ?????

    Europa wird sich bis ins Jahr 2023 zurück in die Steinzeit entwickeln !!!!!




  • EU-Steuerzahler kaufen für 500 Millionen Euro Gas für die Ukraine
    DWN
    -
    Russland und die EU haben sich offenbar auf die Erdgas-Lieferungen für die Ukraine geeinigt. Demnach gewähren die EU-Steuerzahler der Ukraine einen Kredit von einer halben Milliarde Euro. Das Geld soll direkt auf ein Sperrkonto bei Gazprom fließen.
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    Warum zahlen nicht die USA die Gasrechnungen der Ukraine. Sie sind es doch, die überall zündeln und Unfrieden stiften.
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    So AUCH in der Ukraine und sie haben nicht nur einen, sondern bereits beide Füße dort drinnen. Statt militärisch aufzurüsten, sollten sie dort für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen, Das hilft den Menschen dort mehr.
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    …aprpos Ukraine. Es ist für die USA, Hunter Biden sitzt doch im Aufsichtsrat von Burisma, schon vergessen !!!
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    Klar, fuer alles ist Geld da, für die Oligarchen in der NAZI-UKRAINE, für die Griechen im Süden, für die von den USA verschuldeten Fluechtlinge aus Syrien. nur für unsere Rentner und Kindergärten in Deutschland ist kein Geld da !?!?

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