Gasverträge
Weißrussischer Chefunterhändler verhandelt in Moskau

Wenige Stunden vor Ablauf der alten Lieferverträge haben Weißrussland und der russischen Gaskonzern Gazprom einen letzten Einigungsversuch im Streit um Preiserhöhungen gestartet. Der weißrussische Vize-Ministerpräsident Wladimir Semaschko ist zu Gesprächen nach Moskau gereist.

HB MOSKAU. Gazprom bekundete sein Bemühen, den Streit in letzter Minute zu schlichten. Die Regierung in Minsk äußerte sich optimistisch. Weil etwa 20 Prozent der russischen Gasexporte nach Europa durch Weißrussland laufen, waren in Europa Sorgen um die Gasversorgung aufgekommen. Im Zuge eines ähnlichen Streits mit der Ukraine im vergangenen Jahr waren die Lieferungen nach Europa kurzzeitig unterbrochen worden. Gazprom warnte Deutschland und weitere Kunden unlängst vor Engpässen.

Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow sagte nun, sein Unternehmen tue sein Bestes, um alle notwendigen Dokumente in der verbliebenen Zeit bis Neujahr zu unterzeichnen. Bislang hatten die zwei Parteien per Fax miteinander kommuniziert. Beobachtern zufolge deutete daher die Reise Semaschkos nach Moskau auf die tatsächliche Chance einer Einigung hin. Der weißrussische Energieminister Alexander Oserets bestätigte diese Interpretation. Er erklärte, Semaschko fliege nach Moskau, um ein Abkommen zu unterschreiben. „Das ist nicht nur eine Hoffnung. Ich denke, es gibt eine Aussicht darauf“, sagte Oserets.

Er beharrte zugleich darauf, dass sein Land die Stromversorgung der Pumpstationen an der Pipeline nach Westeuropa unterbrechen werde, wenn es keine Einigung geben sollte. Dann könnte Gazprom kein Gas mehr durch die Leitung etwa nach Deutschland exportieren.

Der Konzern hat hingegen mit einem Stopp der Gaslieferungen nach Weißrussland gedroht, sollte bis zum 1. Januar keine Einigung erzielt werden. Ursprünglich wollte Gazprom eine Vervierfachung der Gaspreise durchsetzen und forderte einen Anteil an den Leitungen. Weißrussland weigerte sich, die Preiserhöhungen zu akzeptieren. Inzwischen hat Gazprom seine Forderungen gesenkt. Damit müssten die weißrussischen Kunden etwa doppelt so viel zahlen wie gegenwärtig.

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