Gates ist „Träger des Wandels“
Bush überdenkt Irak-Strategie

US-Präsident George W. Bush hat Offenheit für eine geänderte Strategie im Irak signalisiert und dabei die Bedeutung des vorgeschlagenen neuen Verteidigungsministers hervorgehoben. Robert Gates werde einen unverbrauchten Blick auf die Strategie werfen.

HB WASHINGTON. In seiner wöchentlichen Radioansprache sagte Bush am Samstag, Robert Gates sei ein „Träger des Wandels“ (“agent of change“). „Er hat Erfahrung damit, große und komplexe Organisationen zu führen.“ Als Verteidigungsminister werde er einen unverbrauchten Blick auf die Strategie im Irak werfen und erarbeiten, was für einen Sieg nötig ist.

Bush und der britische Premierminister Tony Blair sollen kommende Woche mit einer von dem Ex-Außenminister James Baker und dem früheren Kongressmitglied Lee Hamilton geleiteten Expertengruppe sprechen, die nach alternativen Irak-Strategien sucht und zu der auch Gates gehört.

Der frühere CIA-Direktor Gates soll nach der Wahlniederlage der Republikaner Nachfolger von Donald Rumsfeld werden. „Er hat Erfahrung damit, große und komplexe Organisationen zu führen“, sagte Bush bei seiner wöchentlichen Radioansprache. Als Hauptgrund für die Stimmenverluste der Republikaner gilt der unpopuläre Irak-Krieg. Einen schnellen Abzug der US-Soldaten aus dem Irak werde es jedoch nicht geben, stellte Bush in der Rede klar. Das US-Präsidialamt dringt darauf, Gates noch vom amtierenden US-Kongress als Verteidigungsminister bestätigen zu lassen, bevor die Demokraten Anfang nächsten Jahres die Mehrheit im Parlament übernehmen.

In seiner Radioansprache erklärte Bush, die Ratschläge der Baker-Hamilton-Gruppe zu begrüßen. Er soll sich am Montag mit den Experten treffen. Einen Tag später soll auch sein Irak-Verbündeter Blair mit dem Gremium sprechen. Für Dienstag sei eine Videoschaltung geplant, teilte Blairs Büro am Samstag in London mit. „Sie sammeln Hinweise und Ideen und wir wollen sicher stellen, dass sie genau über unsere Ideen informiert sind“, sagte eine Sprecherin. Gates will dem US-Präsidialamt zufolge als Verteidigungsminister nicht mehr in der Gruppe mitarbeiten.

Auch den Demokraten signalisierte Bush am Samstag Gesprächsbereitschaft. Er wolle sich ihre Ideen anhören, „über den besten Weg, unsere Truppen an der Front zu unterstützen und den Krieg gegen den Terror zu gewinnen“, sagte der Präsident.

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