Gaymard kommt nicht aus der Schusslinie
Eichel ist für Franzosen ein Vorbild

Die Enthüllungen über den wegen einer Immobilienaffäre unter Druck geratenen französischen Wirtschafts- und Finanzminister Hervé Gaymard reißen nicht ab. Der 44-Jährige besitze insgesamt drei Wohnung und zwei Häuser und müsse Vermögenssteuer entrichten, schrieb die Tageszeitung „Libération“ (Freitagsausgabe).

HB PARIS. Der Gesamtwert der Immobilien könnte nach Schätzung des Blattes bis zu zwei Mill. € erreichen. Am Abend wollte sich Gaymard, dessen Verbleib in der Regierung des konservativen Premierministers Jean-Pierre Raffarin immer fragwürdiger wird, über die Angelegenheit im Fernsehen äußern.

In den Medien und der Opposition wurde der Ruf nach einem Rücktritt Gaymards am Freitag lauter. Gleichzeitig wurde sein deutscher Kollege Hans Eichel als lobendes Beispiel für Bescheidenheit erwähnt. Der deutsche Minister zahle seine Miete selbst und besitze nur eine kleine Zahl von Anzügen für seine Auftritte in der Öffentlichkeit, hieß es im Rundfunksender Europe 1.

Gaymard hat sich in den vergangenen Tagen immer tiefer in Widersprüche verstrickt. „Ich habe immer bescheiden gelebt, ich habe kein Geld“, wurde der Vater von acht Kindern in der Presse zitiert. Ins Rollen kam die Affäre durch einen Zeitungsbericht über eine luxuriöse Dienstwohnung für 14 000 € Monatsmiete, die der Minister mit seiner Familie auf Staatskosten bezogen hatte. Gaymard hatte erklärt, keine eigene Bleibe in Paris zu besitzen - ohne zu erwähnen, dass er eine 200 Quadratmeter große Wohnung auf dem linken Seine-Ufer für 2300 € im Monat vermietet.

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