Gaza
Israel und Hamas einigen sich auf Waffenruhe

Ein kleiner Lichtblick: Palästinensische Unterhändler stimmen einer dreitägigen Feuerpause im Konflikt mit Israel zu. US-Präsident Barack Obama dämpft allerdings die Hoffnung auf dauerhaften Frieden.
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KairoIm Gaza-Krieg zwischen Israel und den Palästinensern ist in der Nacht zum Montag erneut eine dreitägige Feuerpause in Kraft getreten. Darauf hatten sich Israel und die radikal-islamische Hamas am Sonntag geeinigt, wie israelische Regierungsvertreter und die Hamas-eigene Nachrichtenagentur Al-Araj bestätigten. Die Waffenruhe begann um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ). Damit ist der Weg zur Wiederaufnahme von indirekten Gesprächen zwischen Israelis und Palästinensern in der ägyptischen Hauptstadt Kairo frei. In den Verhandlungen geht es um eine dauerhafte Waffenruhe nach mehr als einem Monat Krieg.

Kurz vor Inkrafttreten der Waffenruhe hatte der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, noch Raketensalven auf Israel abgefeuert. Die israelische Luftwaffe habe ihre Angriffe pünktlich eingestellt, hieß es aus dem Gazastreifen.

Israel will eine Delegation nach Kairo schicken

Israel war den von Ägypten vermittelten Verhandlungen am Wochenende wegen des fortgesetzten Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen ferngeblieben. Bei den heftigen Kämpfen wurden bislang mehr als 1900 Palästinenser getötet. 67 Menschen starben auf israelischer Seite. Die Feuerpause sollte nach übereinstimmenden Angaben beider Kriegsparteien am Sonntagabend um 23 Uhr Mitteleuropäischer Zeit beginnen und 72 Stunden anhalten.

Falls die Vereinbarung Bestand hat, will Israel am Montag seine Delegation erneut nach Kairo zu den Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand entsenden.

Zuvor hatte der Westen eine umfassende politische Lösung angemahnt. Deutschland, Frankreich und Großbritannien forderten Israel und die radikalislamische Hamas am Samstag zu einer sofortigen Rückkehr zur Waffenruhe auf. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte erklärt, unter Beschuss werde sein Land keine Verhandlungen führen.

Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens, Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius und Philipp Hammond, bekräftigten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Bereitschaft, „Unterstützung bei der Herstellung eines dauerhaften Waffenstillstands zu leisten“. Dafür seien jedoch Schritte zu tun, „die sowohl die Sicherheitsinteressen Israels als auch die palästinensischen Anforderungen für eine Aufhebung der Blockade gleichermaßen berücksichtigen". Übergeordnetes Ziel müsse eine Rückkehr zu Gesprächen über eine Zwei-Staatenlösung bleiben. Diese sei der „einzige Weg", den Konflikt zu lösen und „das humanitäre Leid ein für alle Mal zu beenden“.

Nach dem Beginn der neuen Feuerpause hofft UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass sich die Konfliktparteien unter ägyptischer Vermittlung auf eine dauerhafte Waffenruhe einigen. Wie ein Sprecher Bans am Sonntagabend in New York mitteilte, forderte der UN-Generalsekretär alle Betroffenen auf, konstruktiv daran zu arbeiten und alles zu vermeiden, was zu erneuter Gewalt führen würde. Die Vereinten Nationen stünden bereit, bei der Umsetzung eines Abkommens mitzuwirken, das den Frieden festige und den dringend gebrauchten Wiederaufbau Gazas erlaube.

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  • Waffenruhe - die Zweite
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    Neue Waffenruhe im Gaza-Konflikt: Israel und die Palästinenser haben erneut einer dreitägigen Feuerpause zugestimmt.

    Zwischen den Israelis und der Hamas wurde eine weitere dreitägige Waffenruhe beschlossen.
    In der Zwischenzeit beschießen sie sich gegenseitig.
    So wird es nie zu einem Frieden kommen.
    Die Hamas stellt unerfüllbare Forderungen und lehnt eine Entwaffnung ab, Israel will ihren Siedlungsbau nicht aufgeben und hat aus dem Gaza-Streifen ein riesiges Gefängnis gemacht.

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