Gaza-Konflikt
Israel empört sich über angenommenen Uno-Bericht

Begleitet von starkem Protest Israels hat die Uno-Vollversammlung den sogenannten Goldstone-Bericht angenommen. In dem Report werden massive Kriegsverbrechen beider am jüngsten Gaza-Krieg beteiligten Seiten gerügt.
  • 1

HB NEW YORK/JERUSALEM. Gegen die Stimmen Israels, Deutschlands und der USA hat die Uno-Vollversammlung den Goldstone-Bericht über Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg angenommen. Nach zweitägiger Debatte votierten am Donnerstag 114 Länder für eine von arabischen Staaten eingebrachte Resolution, die Israel und die Palästinenser binnen drei Monaten zu Untersuchungen der Vorwürfe auffordert.

Der südafrikanische Sonderermittler Richard Goldstone wirft Israel und der palästinensischen Hamas Kriegsverbrechen vor. Israel reagierte empört: Die Uno-Resolution sei völlig von jeder Realität entfernt, der sich Israel stellen müsse, teilte das Außenministerium am Freitag mit.

Insgesamt 18 Uno-Mitglieder votierten gegen den Bericht, 44 enthielten sich. Israel erklärte, die „große Zahl der Nein-Stimmen und Enthaltungen“ zeige die mangelnde Unterstützung. Die Resolution fordert Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon dazu auf, den über 570 Seiten starken Bericht an den Sicherheitsrat weiterzuleiten. Ban solle zudem binnen drei Monaten über eine Umsetzung der Resolution berichten - mit Blick auf weitere Maßnahmen von Uno-Gremien.

Die Resolution ist allerdings nicht bindend. Experten gehen davon aus, dass sie weder in Israel noch bei den Palästinensern zu Ermittlungen führen wird. Beide Seiten haben die Vorwürfe der Kriegsverbrechen zurückgewiesen. Israel hatte schon länger hartnäckigen Widerstand gegen den Bericht angekündigt. Der Bericht geht mit Israel härter ins Gericht als mit den Palästinensern. Bei den Kämpfen waren 1300 Palästinenser und 13 Israelis ums Leben gekommen.

Die Europäische Union war trotz ihrer Bemühungen um eine gemeinsame Außenpolitik tief gespalten über die Resolution: Neben Deutschland votierten auch Italien, die Niederlande, Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei dagegen. Großbritannien und Frankreich enthielten sich, während Irland, Portugal, Malta, Slowenien und Zypern mit der Mehrheit stimmten.

Kommentare zu " Gaza-Konflikt: Israel empört sich über angenommenen Uno-Bericht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • wieder so ein blauäugiger der nicht weiß was krieg bedeutet, ebenso wie die,die deutsche soldaten verurteilen wollen weil sie sich verteidigen müssen. im krieg wird nicht mit übungsmunition geschossen,in jedem krieg kommen unbeteiligte zu tode.israel muss, ebenso wie die deutschen soldaten sich gegen arabische terroristen verteidigen. und das in einem größeren maße. die vernutung liegt nahe,das dieser bericht von einem verfasst wurde , der nicht unpateisch urteilte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%