Gaza-Konflikt
Israel will keine Waffenruhe mehr

Im Gaza-Konflikt hat die Palästinenserorganisation Hamas eine 24-stündige Waffenruhe verkündet. Doch die lehnt Israel nun ab. weil Hamas weitere Angriffe startet. Das Leiden der Palästinenser geht weiter.
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Israel will vorerst keine neue 24-stündige Waffenruhe ausrufen. Die radikal-islamische Hamas verletze die von ihr am Sonntag angekündigte Feuerpause selbst, sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu in einem Interview des US-Senders CNN. „Wir werden alles notwendige tun, um unser Volk zu schützen.“

Die Hamas hatte zuvor eine 24-stündige Waffenruhe erklärt, die von 14.00 Uhr (Ortszeit, 13.00 Uhr MESZ) gelten sollte. Allerdings bekannte sie sich noch kurz vor 15.00 Uhr zu Mörserangriffen.

Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri erklärte, die verschiedenen "Widerstandsgruppen" hätten den Waffenstillstand auf Bitten der Vereinten Nationen vereinbart. Demnach findet die Feuerpause angesichts Eid al-Fitr statt, dem islamischen Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan, das von Montag bis Mittwoch gefeiert wird. Zuvor hatte Israel eine einseitige Feuerpause wegen des anhaltenden Raketenbeschusses durch die Hamas wieder aufgekündigt.

Israel hatte die zwölfstündige Kampfpause von Samstag zunächst um vier und dann um weitere 24 Stunden verlängert. Wegen der unablässigen Angriffe der Hamas kündigte die Armee am Morgen aber die Wiederaufnahme ihres Einsatzes am Boden, in der Luft und auf dem Wasser an. Seitdem wurden mehrere Palästinenser im Gazastreifen getötet. Bei der knapp dreiwöchigen Militäroffensive starben bereits mehr als 1000 Palästinenser, der Großteil davon Zivilisten. Auf der israelischen Seite kamen seit dem 8. Juli 43 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben.

Die kurzzeitige Feuerpause am Samstag nutzten zahlreiche Menschen in Gaza dazu, um ihre Vorräte aufzustocken. Die Rettungskräfte erreichten erstmals seit Beginn der israelischen Bodenoffensive am 17. Juli bis dahin schwer umkämpfte „Todeszonen“, darunter das östliche Stadtviertel Sadschaija. Sie bargen mehr als 150 Leichen, wie die Rettungsdienste mitteilten.

Den Helfern und Reportern boten sich dort Bilder der Zerstörung und Verwüstung. Ganze Straßenzüge wurden durch Bombardements dem Erdboden gleichgemacht. Zurückkehrende Bewohner bahnten sich einen Weg durch Trümmerfelder und suchten nach Habseligkeiten. Einige begruben ihre toten Angehörigen auf freien Flächen zwischen den Häusern.

Die Außenminister aus sieben Ländern riefen bei einem Nahost-Krisentreffen in Paris am Samstag beide Seiten auf, die Feuerpause zu verlängern. Zu dem Treffen, an dem die Außenminister der Türkei und Katars, aber keine Vertreter Israels und der Palästinenser teilnahmen, hatte US-Außenminister John Kerry eingeladen.

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  • Leiden der Palästinenser? Nein, das Leiden der Israelis geht weiter. Die islamgläubige halten immer noch am Befehl: "Tötet Andersgläubige" fest und unsere Politiker unterstützen dies.

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