Gaza-Krieg
Israel will nicht „unter Feuer“ verhandeln

Der Krieg in Gaza geht unvermindert weiter. Weder eine neue Waffenruhe noch eine diplomatische Lösung des Konfliktes sind in Sicht. Bei den wieder aufgeflammten Feindseligkeiten gibt es neue Tote und Verletzte.
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Gaza/Tel AvivDie diplomatischen Bemühungen um eine Beilegung des Gaza-Konflikts hängen weiter in der Luft. „Es gibt keine Pläne, die israelische Delegation am Samstagabend (zu indirekten Gesprächen) nach Kairo zu schicken“, zitierte die Tageszeitung „Haaretz“ einen israelischen Regierungsoffiziellen. „Wir verhandeln nicht unter Feuer“, fügte er hinzu.

Israel und Vertreter der Palästinenser hatten zuletzt in Kairo unter ägyptischer Vermittlung über eine dauerhafte Waffenruhe verhandelt. Nach Ablauf einer dreitägigen Feuerpause hatten die militanten Palästinenser am Freitag den Raketenbeschuss auf Israel wieder aufgenommen.

Israel zog seine Verhandlungsdelegation aus Kairo ab und bombardierte als Antwort auf die Raketenangriffe Ziele im Gazastreifen. Die Palästinenser lehnten eine Verlängerung der Feuerpause mit der Begründung ab, dass ihre Forderungen nicht erfüllt worden seien. Unter anderen verlangen sie die Aufhebung der Blockade des Gazastreifens durch Israel und Ägypten und einen ungehinderten Personen- und Warenverkehr über die Gaza-Grenzen.

Der militärische Schlagabtausch ging auch am Samstag weiter. Bei israelischen Luftschlägen wurden im Gazastreifen fünf Menschen getötet. Die israelischen Streitkräfte griffen rund 50 Ziele in dem palästinensischen Küstenstreifen an, wie eine israelische Militärsprecherin bestätigte. Die radikalislamische Hamas und ihre Verbündeten feuerten diesen Angaben zufolge 27 Raketen auf Israel ab.

Die israelische Armee attackierte auch ein fahrendes Motorrad in Gaza. Der Fahrer und sein Sozius wurden bei der Attacke getötet. Nach Angaben eines israelischen Militärsprechers handelte es sich bei ihnen um Militante. Drei weitere Leichen wurden aus den Trümmern einer Moschee geborgen, die Israel in der Nacht angegriffen hatte, gaben die palästinensischen Rettungsdienste bekannt. Die Zahl der seit Freitagmorgen getöteten Palästinenser stieg damit nach diesen Angaben auf zehn.

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