Gaza-Streifen
BBC-Journalist mit Sprengstoffgürtel vorgeführt

Der im Gazastreifen verschleppte britische Journalist Alan Johnston hat in einem dramatischen Appell vor einer gewaltsamen Befreiungsaktion gewarnt. Der Mann, der sich bereits seit dem 12. März in Gefangenschaft befindet, zitierte seine Entführer in einem Video im Internet: Sollte es einen Befreiungsversuch geben, wollten sie „das Versteck in eine Todeszone zu verwandeln“.

HB GAZA. Videoaufnahmen, die am Montag im Internet erschienen, zeigen den BBC-Korrespondenten mit einem angeblichen Sprengstoffgürtel. Dieser werde zur Explosion gebracht, falls es einen Befreiungsversuch geben sollte, sagte Johnston. Die Situation sei „sehr ernst“. Das gut eineinhalb Minuten lange Video wurde auf einer einschlägigen Website veröffentlicht.

„Sie sagen, sie sind bereit, das Versteck in eine Todeszone zu verwandeln, wenn es einen Versuch geben sollte, mich mit Gewalt zu befreien“, erklärte der sichtlich nervöse Johnston. Er appelliere an die Hamas und an die britische Regierung, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, die seinen Informationen zufolge kurz vor einem Erfolg stünden. Das britische Außenministerium verurteilte das Video und erklärte, es verstärke die Ängste von Johnstons Familie noch. Die BBC forderte die Entführer auf, den Journalisten umgehend freizulassen.

Der als Ministerpräsident abgesetzte Hamas-Politiker Ismail Hanija verurteilte die Entführung Johnstons. Sie schade den palästinensischen Interessen, sagte Hanija am Sonntagabend und erwähnte auch das jüngste Video. Der Hamas-Führer Mahmud Sahar erklärte am Samstag, Johnstons Entführer fürchteten offenbar Vergeltung, sollten sie ihre Geisel freilassen. Die Hamas bemühe sich derzeit, die Gruppe vom Gegenteil zu überzeugen und habe dafür sogar „schriftliche Garantien“ gegeben.

Der 45-jährige Johnston war am 12. März in Gaza-Stadt entführt worden. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe namens Armee des Islams, die offenbar Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida hat. Sie haben erklärt, sie forderten im Gegenzug für die Freilassung des Journalisten die Entlassung eines palästinensischen Extremisten aus britischer Haft.

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