Gaza-Streifen
Israel lehnt Angebot für Waffenruhe ab

Der israelische Regierungschef Ehud Olmert hat ein Waffenstillstandsangebot der palästinensischen Hamas-Regierung zurückgewiesen. Solange Israel vom Gaza-Streifen aus mit Raketen beschossen werde und der Soldat Gilad Schalit in der Hand seiner Entführer sei, werde die Militäroperation in Gaza fortgesetzt, sagte Olmert am Wochenende.

hn TEL AVIV. Dabei verwies er auf die „zurückhaltende Reaktion des Auslands“. Der der radikal-islamischen Hamas angehörende palästinensische Premier Ismail Hanija hatte zuvor eine beiderseitige Waffenruhe vorgeschlagen. Seine Regierung wünsche, den Konflikt auf „ruhige diplomatische Weise ohne den Druck einer Militäreskalation“ zu lösen, heißt es in einer von Hanijas Büro veröffentlichten Mitteilung.

Bei der israelischen Militäroffensive sind nach inoffiziellen Angaben mittlerweile mindestens 50 Palästinenser getötet worden. Israel nennt als Ziel der Operation die Befreiung Schalits, der am 25. Juni von militanten Palästinensern entführt wurde, und den Stopp des Raketenbeschusses israelischer Siedlungen.

Am Wochenende zog sich die israelische Armee aus Teilen des Gaza-Streifens wieder zurück. Trotzdem kam es in der Nähe der Millionenstadt Gaza zu neuen Gefechten mit radikalen Palästinensern. Am Samstag waren Panzer und gepanzerte Fahrzeuge bis in die Außenbezirke der Stadt vorgerückt.

Seit dem israelischen Rückzug aus Gaza im September vergangenen Jahres sind nach Armeeangaben rund 440 Kassam-Raketen aus dem Küstenstreifen nach Israel abgefeuert worden. Die erneute Invasion der Region konnte den Beschuss bislang nicht vollständig stoppen: Die Beseitigung der Bedrohung sei ein „langfristiger Prozess“, sagte Verteidigungsminister Amir Peretz.

Die Mehrheit der palästinensischen Bevölkerung unterstützt laut einer am gestrigen Dienstag veröffentlichen Meinungsumfrage Attacken auf Israel. So sprechen sich rund 70 Prozent der Bevölkerung für anhaltendes Raketenfeuer auf Israel aus, wie eine Erhebung des palästinensischen „Jerusalem Media & Communication Centres“ zeigt. Zudem sei die Unterstützung für die radikal-islamische Hamas inzwischen noch stärker als bei den Parlamentswahlen im Januar. Damals hatte die Hamas die absolute Mehrheit geholt.

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