Gaza-Streifen
Lebenszeichen von entführtem israelischen Soldaten

Ein von radikalen Palästinensern verschleppter israelischer Soldat hat seiner Familie mit einem Brief ein erstes Lebenszeichen zukommen lassen. Das von ägyptischen Unterhändlern übergebene Schreiben nährte Hoffnungen auf ein baldiges Ende der dreimonatigen Geiselkrise, die Auslöser der jüngsten Offensive Israels im Gazastreifen war.

HB GAZA. „Der entführte Soldat hat den Brief selbst handschriftlich verfasst, um seinen Eltern mitzuteilen, dass er sich gut fühle und wohlauf ist“, sagte eine Person, die mit den Verhandlungen über eine Freilassung vertraut ist, am Freitag. Gilad Schalit habe den Brief offensichtlich Anfang der Woche geschrieben. Die Entführer hätten das Schreiben in Gaza an ägyptische Unterhändler übergeben, die es an Schalits Familie weiterreichten.

Die israelische Regierung nahm zunächst nicht Stellung. Auch der Vater des Soldaten wollte sich nicht äußern. Der Fall sei zu sensibel für die Öffentlichkeit, sagte er.

Radikale Palästinenser hatten Schalit am 25. Juni bei einem Überfall auf einen Armeeposten in den Gazastreifen verschleppt. Sie fordern die Freilassung palästinensischer Gefangener aus israelischer Haft. Israel lehnt einen Gefangenenaustausch offiziell ab und hat nach der Entführung eine Offensive gegen Extremisten im Gazastreifen gestartet. Dabei wurden mehr als 210 Palästinenser getötet, davon waren etwa die Hälfte Zivilisten.

Eine Freilassung des Soldaten könnte die Beziehungen der Palästinenser zu Israel und der internationalen Gemeinschaft deutlich entspannen. Die Palästinenser hoffen mit der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit auf eine Lockerung der internationalen Sanktionen, die nach dem Regierungsantritt der radikal-islamischen Hamas verhängt wurden. Darüber berieten am Freitag auch die EU-Außenminister in Brüssel.

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