Gaza: Uno fordert Waffenruhe – Offensive geht weiter

Gaza
Uno fordert Waffenruhe – Offensive geht weiter

Israel hat seine Angriffe im Gazastreifen auch wenige Stunden vor einer erwarteten Entscheidung über eine Waffenruhe fortgesetzt. Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht zum Samstag rund 50 Ziele an, wie ein Militärsprecher in Tel Aviv bestätigte.

HB TEL AVIV/GAZA. Beim Beschuss einer Schule der Vereinten Nationen im Norden des Gazastreifens durch israelische Panzer sind UN-Angaben zufolge zwei Jungen getötet worden. 14 Menschen seien verletzt worden, darunter auch die Mutter der Brüder, sagte ein Sprecher des UN-Hilfswerks UNRWA. Palästinensische Sanitäter hatten zunächst von sechs Getöteten gesprochen. Ein Armeesprecher erklärte, der Bericht werde geprüft. Nach Angaben von Krankenhaus-Mitarbeitern kamen in Gaza-Stadt vier weitere Menschen ums Leben, drei davon beim Beschuss eines Wohngebiets. Israel müsse für den Beschuss zur Verantwortung gezogen werden, sagte der UNRWA-Vertreter. Insgesamt haben 45 000 Bewohner des Gazastreifens in UN-Schulgebäuden Schutz vor israelischen Angriffen gesucht.

Am 6. Januar waren bei einem israelischen Angriff auf eine UNRWA-Schule in Gaza über 30 Menschen getötet worden. In der Nacht zum Samstag bombardierte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben unter anderem 14 Tunnel, acht Raketenabschussrampen und drei Bunkeranlagen.

Das israelische Sicherheitskabinett wollte am Abend zusammenkommen, um über eine einseitige Waffenruhe zu entscheiden. Dies berichteten israelische Medien am Freitagabend. Außenministerin Zipi Livni hatte zuvor in Washington mit ihrer scheidenden amerikanischen Amtskollegin Condoleezza Rice ein Memorandum unterschrieben, demzufolge die USA weitere Anstrengungen unternehmen werden, um den über Ägypten laufenden Schmuggel von Waffen in den Gazastreifen zu unterbinden.

Die gegen militante Palästinenser gerichtete Offensive im Gazastreifen ging am Samstag in die vierte Woche. Dabei kamen nach palästinensischen Angaben bislang fast 1200 Menschen ums Leben. Auf israelischer Seite starben 13 Menschen, darunter drei Zivilisten, bei Raketenangriffen oder Kämpfen im Gazastreifen.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP zufolge hat nach dem UN-Sicherheitsrat hat auch die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine sofortige und dauerhafte Waffenruhe im Gaza-Konflikt gefordert. Bei drei Gegenstimmen und neun Enthaltungen stimmte am Freitag (Ortszeit) eine große Mehrheit von 142 Staaten für die Einhaltung der Resolution des UN-Sicherheitsrats von vergangener Woche, in der auch der vollständige Rückzug israelischer Truppen aus dem Gasastreifen verlangt wurde. Das teilte der Präsident der UN-Vollversammlung, Miguel d'Escoto Brockmann, im Anschluss an stundenlange Beratungen in New York mit.

Israel und die USA stimmten gegen die Resolution, berichtete AFP weiter. Der stellvertretende US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Alejandro Wolff sagte im Verlauf der Sondersitzung, die UNO müsse darauf achten, die diplomatischen Bemühungen um einen Frieden im Gazastreifen nicht zu erschweren. Die Vollversammlung dürfe nicht "zu einer Bühne für Schmähkritik werden, während alle Anstrengungen unternommen würden, den Konflikt zu beenden", sagte Wolff. Unter anderem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bemüht sich auf Reisen ins Westjordanland und nach Ägypten nach um eine Umsetzung der Resolution.

Israel hatte vergeblich versucht, die Sondersitzung mit der Begründung zu verhindern, dass sich die Vollversammlung nicht in ein Thema einbringen könne, das bereits vom UN-Sicherheitsrat verhandelt werde.

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