Gazastreifen
Ägypten riegelt Grenze wieder vollständig ab

Die Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ist knapp zwei Wochen nach ihrer gewaltsamen Öffnung durch Kämpfer der radikalislamischen Hamas wieder geschlossen. Einem ägyptischen Grenzpolizisten zufolge ist es Rückkehrern weiterhin erlaubt, die Grenze zu passieren.

HB RAFAH. Ägyptische Sicherheitskräfte verriegelten am Sonntag auf ihrer Seite die letzte Lücke in der Befestigung mit Stacheldraht und Metallzäunen und stoppten so den Strom palästinensischer Flüchtlinge in ihr Land. Auch Vertreter der Hamas forderten die an der Grenze versammelten Palästinenser auf, nach Hause zu gehen.

Die Hamas hatte am 23. Januar Löcher in den Grenzwall gesprengt, um eine israelische Blockade des Gebiets zu durchbrechen. Mehrere hunderttausend Palästinenser strömten daraufhin in das Nachbarland, um sich dort mit Waren einzudecken. „Die Sache ist vorbei. Wir kamen hierher um Zigaretten zu erwerben und sie dann wieder zu verkaufen und waren überrascht, dass die Tore vor unseren Augen geschlossen wurden“, sagte ein Bewohner aus Gaza.

Ein Vertreter des israelischen Verteidigungsministeriums zeigte sich skeptisch, ob es Ägypten wirklich gelingt, den Strom der Palästinenser über die Grenze zu stoppen. Sicher sei, dass weiterhin Waffen durch Tunnel nach Gaza geschmuggelt würden, sagte er. Israel wollte durch die Blockade des Gazastreifens ein Ende der Raketenangriffe auf eigenen Boden erwirken.

Ägypten hatte den Grenzübergang Rafah geschlossen, nachdem die Hamas im Gazastreifen im Juni die Macht übernommen hatte. Die radikalislamische Bewegung forderte zuletzt bei Gesprächen mit der ägyptischen Regierung eine zentrale Rolle bei den Grenzkontrollen zum Nachbarland. Eine offizielle Einigung in der Angelegenheit kam jedoch nicht zustande.

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