Gazastreifen
Hamas bietet Israel Waffenstillstand an

Nach tagelangen heftigen Auseinandersetzungen im Gazastreifen haben Israel und militante Palästinensergruppen sich nach palästinensischen Angaben auf eine Waffenruhe geeinigt.
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JerusalemNach den schwersten Kämpfen zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen seit zwei Jahren hat die in dem Autonomiegebiet herrschende Hamas zu einem Waffenstillstand aufgerufen. Ihr stellvertretender Außenminister Ghasi Hamad sagte am Sonntag im israelischen Rundfunk, die Hamas werde für die Einstellung der Angriffe auf Südisrael sorgen, wenn Israel seine Militäroperationen im Gazastreifen einstelle.

„Wir sind an Ruhe interessiert, wollen aber, dass die israelischen Streitkräfte ihre Operationen einstellen“, sagte Hamad. Hamas-Außenminister Mohammed Awad sagte im Rundfunksender seiner Organisation, es gebe eine „nachhaltige Anstrengung“ die Kämpfe zu beenden. „Ich kann sagen, dass wir im Kontakt mit Ägypten, der Türkei und den Vereinten Nationen sind“, sagte Awad.

Zuvor hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein härteres militärisches Vorgehen für den Fall angekündigt, dass der Süden Israels weiter mit Raketen und Mörsern beschossen werde. Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, sollten die militanten palästinensischen Gruppen die Angriffe auf Israel einstellen, ließen auch die israelischen Streitkräfte ihre Waffen ruhen. Bei einem Treffen des israelischen Sicherheitskabinetts am Sonntagnachmittag wurde das Militär angewiesen, mit ihren Operationen gegen die Terroristen fortzufahren, um den Beschuss von Israel zu stoppen.

Am Samstag hatten israelische Kampfflugzeuge Ziele im Gazastreifen angegriffen und fünf Hamas-Kämpfer getötet. Militante Palästinenser feuerten seit Donnerstag vom Gazastreifen aus mehr als 120 Raketen auf den Süden Israels ab. Seit Beginn der Angriffe und Gegenangriffe wurden 19 Menschen getötet und 65 verletzt. Es sind die schwersten Gefechte seit einer israelischen Offensive, die im Januar 2009 endete und bei der 1.400 Palästinenser und 13 Israelis getötet wurden.

Militante Palästinenser feuerten am Sonntag nach Polizeiangaben vom Gazastreifen aus zehn Raketen und Mörsergranaten auf den Süden Israels ab. Israel unternahm keinen Vergeltungsschlag.. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Moussa, forderte die UN auf, eine Flugverbotszone über den Gazastreifen zu verhängen, um die palästinensische Bevölkerung zu schützen. Angesichts der Raketenangriffe der Hamas gilt ein solches Ansinnen aber als aussichtslos. Ausgelöst wurden die jüngsten Kämpfe im Nahen Osten von einem Raketenangriff auf einen israelischen Schulbus, bei dem am Donnerstag zwei Menschen verletzt wurden. Die Hamas bekannte sich zu dem Angriff.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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