Gazastreifen
Israel weitete Offensive trotz UN-Kritik aus

Israel hat nach dem palästinensischen Raketenangriff auf die israelische Stadt Aschkelon seine Militäroffensive im nördlichen Gazastreifen wie angekündigt ausgeweitet. Derweil sprechen die Vereinten Nationen (UN) mit Blick auf die Belagerung schon von Menschenrechtsverletzungen.

HB GAZA/GENF. Wie Augenzeugen am Mittwoch berichteten, bezogen mehrere Panzer Stellung in den ehemaligen israelischen Siedlungen Elei Sinai und Nissanit. Die Siedlungen waren im vergangenen Jahr von Israel im Rahmen des Abzugs aus dem Gazastreifen geräumt worden. Palästinensische Extremisten hatten die Rakete auf Aschkelon Augenzeugenberichten zufolge am Dienstag von Elei Sinai aus abgeschossen. Es war das erste Mal, dass eine israelische Großstadt von einer Rakete getroffen wurde. Verletzt wurde beim Einschlag des Geschosses auf einen Schulhof in der 115 000 Einwohner zählenden Stadt niemand.

Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht. Wenige Stunden zuvor hatte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert jedoch bereits eine Ausweitung des Einsatzes gegen die Hamas-Regierung befohlen. Angesichts der Raketenangriffe und der Entführung des israelischen Soldaten „müssen die Spielregeln im Umgang mit der Palästinenser-Behörde und der Hamas geändert werden“, hieß es in einer Erklärung des Ministerpräsidenten-Amtes. Israel hat angedeutet, Anführer der regierenden Hamas gezielt zu töten, sollte der entführte Soldat Gilad Schalit nicht freikommen. Schalit war am 25. Juni von militanten Palästinenser-Gruppen, darunter auch dem bewaffneten Arm der Hamas, entführt worden. Die USA forderten die radikal-islamische Hamas am Mittwoch eindringlich zur Freilassung Schalits auf. Es sei „höchste Zeit“, sagte Außenministerin Condoleezza Rice. Die USA haben in der Krise bislang alle Parteien zur Zurückhaltung aufgerufen und auf eine Ende der Geiselnahme gedrängt.

Aschkelon erneut von Rakete getroffen

Aschkelon ist unterdessen am Mittwoch erneut von einer Rakete aus dem Gazastreifen getroffen worden. Vier Menschen mussten danach wegen eines Schocks behandelt werden, wie Ärzte mitteilten. Durch den Einschlag des Geschosses sei jedoch niemand verletzt worden. Zunächst hatten Rettungshelfer von einem Verletzten gesprochen. Zu dem Angriff bekannte sich der bewaffnete Arm der radikal-islamischen Hamas. Ein israelischer Militärsprecher sagte, die Rakete sei in einer Obstplantage eingeschlagen. Eine weitere traf demnach einen Kibbuz in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen. Dabei wurde aber niemand verletzt, hieß es.

Bereits am Dienstag war eine von der Hamas im Gazastreifen abgefeuerte Rakete in Aschkelon eingeschlagen. Es war das erste Mal, das eine israelische Großstadt von einer Rakete getroffen wurde. Verletzt wurde beim Einschlag des Geschosses auf einem Schulhof in der rund 115 000 Einwohner zählenden Stadt jedoch niemand. Nach dem ersten Angriff auf Aschkelon hatte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert eine Ausweitung der zuletzt eingeleiteten militärischen Offensive gegen die Hamas befohlen.

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